Banktransfer als Normalfall oder als Sonderfall

Fidor Bank GirokontoIm alten Babylon konnte man die ersten Anfänge eines Zahlungsverkehrs vermerken, obwohl dies meist in Naturalien geschah. Die erste Bank, die jedoch schon einen organisierten Giroverkehr nachweisen konnte, wurde Ende 1407 gegründet. Es war die Banco di San Giorgio in Genua. Die Reichsbank von Deutschland, sie wurde 1619 als Hamburger Bank gegründet, startete bereits die ersten Bargeldeinzahlungen als Buchgeldübertragungen. Bereits im Jahre 1875 bestand eine Girozahlung aus Ab- und Zuschreibungen von Depositen in den jeweiligen Banken. Mit der Wirtschaftskrise im Jahre 1907 wurde der bargeldlose Zahlungsverkehr weiter forciert. Das war Geschichte, doch nun zu den heutigen Fakten und der Frage – Was ist ein Banktransfer?

  • Eine bargeldlose Transaktion
  • Vereinfachte Bezahlungsmethode
  • Ortsunabhängige Bezahlmethode

Wann ist ein Banktransfer ein Normalfall, wann ein Sonderfall? Alle wichtigen Fakten haben wir Ihnen in unserem Ratgeber zum Thema Banktransfer Normalfall-Sonderfall zusammengestellt!

Inhaltsverzeichnis

  • Die verschiedenen Instrumente im Banktransfer: Die Überweisung
  • Neues SEPA-Verfahren
  • Überweisung online
  • Die technischen Voraussetzungen für Online Banking
  • Der Dauerauftrag – Eine wiederkehrende Überweisung
  • Die Lastschrift – Eine erlaubte Abbuchung
  • Das sollte bei einer SEPA-Lastschrift beachtet werden
  • Sonderfall – Überweisung in Nicht-EU Länder
    • Überweisung in einer fremden Währung
  • Fazit: Mit dem SEPA Verfahren ist der Zahlungsvorgang einfacher geworden

Die verschiedenen Instrumente im Banktransfer: Die Überweisung

icon_vorlage_musterSehr häufig als Banktransfer wird die Überweisung benutzt. Damit erfüllt das Buchgeld seinen Zweck, indem es zwischen den Banken hin und her fließen kann oder auch kreisen. Von dem letzteren Wort kommt auch das Wort Girokonto, das von dem italienischen Wort „girare“ abgeleitet wird (das bedeutet umhergehen).

Eine Überweisung funktioniert folgendermaßen:

  • Der Kontoinhaber weist seine Bank an, von seinem Konto auf ein anderes Konto einen bestimmten Betrag zu überweisen.
  • Daraufhin wird sein Konto belastet und auf dem Konto des Empfängers erscheint der Betrag als Gutschrift.

Es gibt zwei Möglichkeiten, eine Überweisung zu tätigen. Mittels eines Formulars, das die Bank zur Verfügung stellt. Dabei handelt es sich um einheitliche Vordrucke, die elektronisch gelesen werden. Die Felder des Formulars müssen ausgefüllt werden und der Kontoinhaber muss unterschreiben. Daraufhin wird das Überweisungsformular in der Hausbank abgegeben, vom Bankangestellten mit einem Stempel versehen und der Überweisende erhält den Durchschlag mit dem Stempel. In der Regel dauern diese Überweisungen ein bis zwei Tage. Wenn der Empfänger sein Konto bei der gleichen Bank hat, dauert der Überweisungsvorgang nur einen Werktag.

Neues SEPA-Verfahren

Seit dem 01.02.2014 ist laut EU-Verordnung das neue SEPA-Verfahren für Überweisungen und Lastschriften gültig und anzuwenden. Bis 01.02.2016 laufen allerdings noch die Übergangsbestimmungen. Demnach dürfen bis zu diesem Zeitpunkt die Bürger noch die Kontonummer und die Bankleitzahl verwenden.

Was ist ein Banktransfer - Bild 2

Das neue Formblatt einer SEPA-Überweisung

Dieses Formular unterscheidet sich kaum von den bisherigen Überweisungsträgern. Diese Daten müssten eingetragen werden:

  • Zahlungsempfänger – Name, Vorname oder Firma
  • IBAN – weltweit gültige Nummer für das Girokonto. Sie ist eine Norm für die Darstellung von Kontonummer und Bankidentifikation und wurde für grenzüberschreitende Transaktionen entwickelt.
  • BIC – der BIC ist der Ersatz für die Bankleitzahl. Sie ist ebenfalls international gültig und wurde von der Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication (SWIFT) entwickelt und wird deshalb auch als SWIFT-Code bezeichnet. Der BIC wird nur bei Auslandstransaktionen nötig. Für Inlandsüberweisungen kann man sich diesen Code sparen, denn die Bankleitzahl ist bereits schon im IBAN-Code enthalten.
  • Betrag – der zu überweisende Betrag muss hier eingetragen werden, zum Beispiel 124,35
  • Kunden-Referenznummer – wenn an Firmen überwiesen wird, empfiehlt sich die Eintragung der eigenen Kundennummer. So kann das Unternehmen die Zahlung gleich zuordnen.
  • Angaben zum Kontoinhaber – hier wird der Name reingeschrieben, von dessen Konto die Zahlung geleistet werden soll.
  • IBAN – hier wird die IBAN-Nummer des Zahlenden eingetragen.
  • Datum
  • Unterschrift

Hinweis: SEPA-Zahlungen werden ausschließlich mit Euro durchgeführt. Für Überweisungen in nichteuropäische Länder gelten immer noch besondere Formulare. Zum SEPA-Raum gehören 28 EU-Staaten. Ebenso haben sich nachfolgende Länder verpflichtet, an dem SEPA-Verfahren teilzunehmen:

  • Schweiz
  • Norwegen
  • Island
  • Liechtenstein
  • Monaco
  • San Marino
Was ist ein Banktransfer - Bild 3

SEPA-Zahlungen nur in Euro

Aufbau des BIC-Codes (von links nach rechts):

  • Bankcode (4-stellig)
  • Ländercode (2-stellig)
  • Codierung des Ortes (2-stellig)
  • Kennzeichnung der Filiale – optional (3-stellig)

Aufbau des IBAN-Codes (von links nach rechts):

  • Alphabetischer Ländercode (2-stellig) z.B. DE
  • Numerische Prüfziffer (2-stellig)
  • Bankleitzahl und Kontonummer ergeben eine 30-stellige Basic Bank Account Number (wird mit Nullen aufgefüllt)
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Überweisung online

Meist genutzt und sehr beliebt – die Online-Überweisung. Der Gang zur Bank erledigt sich in den meisten Fällen, zumindest was den üblichen Bankverkehr betrifft. Und dementsprechend werden auch die Überweisungen nur noch online erledigt. Das spart Zeit und zu jeder Tages- und Nachtzeit können hier Zahlungen angewiesen werden.

Die technischen Voraussetzungen für Online Banking

Geräte

Ein handelsüblicher Computer, Laptop, Tablet oder Smartphone können jederzeit für das Online Banking verwendet werden. Die dafür benötigte Rechenleistung ist nicht sehr hoch und so kann dieses Vorhaben auch mit älteren Geräten umgesetzt werden. Auch bei der Wahl der Betriebssysteme ist der Nutzer frei in seiner Auswahl. Für das Online Banking kann er Windows, Linux oder MacOS verwenden.

Was ist ein Banktransfer - Bild 4

Freie Auswahl bei den Geräten

Internet-Anschluss

In jedem Fall ist ein Internet-Anschluss für das Online Banking notwendig. Eine schnelle Breitband-Anbindung, beispielsweise DSL, ist natürlich von Vorteil, aber nicht unbedingt Bedingung. Auch mit einem langsameren Internet kann Online Banking betrieben werden, nur die Seiten bauen sich langsamer auf. Es funktioniert also auch mit UMTS oder mit einem Modem.

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Es muss kein schnelles Internet sein

Software

Um einen Online Banking Dienst nutzen zu können, braucht man einen Internet-Browser. Es funktionieren für diesen Zweck alle gängigen Browser wie Mozilla Firefox, Microsoft Internet Explorer, Google Chrome oder Apple Safari. Nicht vergessen sollte man bei der Installation und auch später, den so genannten Basisschutz für den Computer. Das bedeutet, das Herunterladen der neuesten Updates.

Es gibt auch die Möglichkeit, ein extra Banking Softwareprogramm zu installieren. Während die oben genannten Browser immer kostenfrei sind, werden für diese Programme meist Gebühren berechnet. Bei diesen speziellen Software-Programmen sind zusätzliche Funktionen integriert, mit denen man mehrere Konten oder Depots leicht verwalten kann. Hier werden auch die Transaktionen mit dem besonders sicheren Signature-Verfahren durchgeführt.

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Es gibt auch spezielle Banking-Softwares

Mobile Geräte

Last but not least ist auch Online Banking mit mobilen Geräten möglich. Mit einem Smartphone oder Tablet ist es bereits gängige Praxis seine Überweisungen zu jeder Zeit und an jedem Ort durchzuführen. Oftmals werden auch schon Online Banking Apps von den Banken angeboten.

Der Dauerauftrag – Eine wiederkehrende Überweisung

Hierbei handelt es sich um regelmäßig wiederkehrende Überweisungen mit den gleichen Zahlungsmodalitäten. Dabei kann es sich beispielsweise um die Miete handeln, Beiträge oder Ratenzahlungen. Das spart dem Bankkunden viel Zeit und auch die Möglichkeit, dass man einmal eine Zahlung vergisst, ist hier nicht gegeben.

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Die Lastschrift – Eine erlaubte Abbuchung

icon_Wechsel_UmzugBei einer Lastschrift bucht der Zahlungsempfänger einen bestimmten Betrag vom Konto des Zahlenden ab. Sie ist vor allem für Zahlungen geeignet, die sich im Betrag ständig ändern oder die unregelmäßig auftreten. Mit dieser Zahlungsart kann ebenfalls keine Rechnung vergessen werden zu bezahlen. Allerdings muss diesem Verfahren der Zahlende schriftlich zustimmen.

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Standard-Formular für wiederkehrende Zahlung

Das sollte bei einer SEPA-Lastschrift beachtet werden

Ganz so einfach kann ein SEPA-Lastschriftmandat auch nicht ausgestellt werden. Zuerst braucht der Zahlungsempfänger eine so genannte Gläubiger Identifikationsnummer. Damit kann er eindeutig identifiziert werden. Diese 18 Stellen lange Nummer muss bei der Bundesbank beantragt werden. Das kann online geschehen. Andererseits muss der Zahlungsempfänger ebenfalls eine Nummer vergeben. Sie umfasst 35 alphanummerische Stellen und darf in Kombination mit der Gläubiger Identifikationsnummer nur einmal vorkommen.

Ebenso muss der Gläubiger dem Zahlenden vorab den Betrag und das Fälligkeitsdatum mitteilen. Wenn keine andere Frist vereinbart wurde, muss diese Information 14 Tage vor Fälligkeit des Lastschrifteinzuges geschehen.

Sonderfall – Überweisung in Nicht-EU Länder

Die Kosten für eine SEPA-Überweisung richten sich immer nach dem jeweiligen Kontotyp. Ist das Girokonto kostenlos, wird auch für eine SEPA-Überweisung nichts berechnet. Überweisungen von Privatkonten sind meist kostenlos, aber bei Geschäftskonten wird in der Regel jeder Vorgang berechnet – neben Überweisungen auch Ein- und Auszahlungen.

Bei Ländern, die nicht zur EU gehören, aber am SEPA-Verfahren teilnehmen, können durchaus Kosten für Überweisungen anfallen. Das ist dadurch begründet, dass sie nicht der EU-Preisverordnung unterliegen. Es gibt oftmals versteckte Kosten. Bei Währungsumrechnungen wird meist von den Kreditinstituten der bankeigene Devisenkurs berechnet und der ist schlechter als der übliche Wechselkurs.

Überweisung in einer fremden Währung

Wer eine Rechnung mit einer fremden Währung erhält, zum Beispiel Dollar, kann keine Überweisung in Euro ausführen. Das ist durch die Wechselkurse bedingt, die keinesfalls stabil sind. In diesem Fall muss eine klassische Auslandüberweisung veranlasst werden. Da sie nicht an die EU-Preisverordnung gebunden ist, kann sie sehr lange dauern und auch teurer werden. Der Zahlende jedoch kann im Vorfeld festlegen, wer wie viel Überweisungsgebühren bezahlt.

  1. OUR – hier bezahlt der Überweisende
  2. BEN – hier muss der Zahlungsempfänger bezahlen
  3. SHARE – hier werden die Kosten geteilt, jeder zahlt die Hälfte

Fazit: Mit dem SEPA Verfahren ist der Zahlungsvorgang einfacher geworden

icon_FazitMal schnell einem Freund in Spanien Geld überweisen oder dem Kumpel in Frankreich die Urlaubskasse erstatten. Alles ganz einfach, seitdem es das SEPA Verfahren gibt. Wir finden das für eine gute Sache, zumal was den Zahlungsverkehr in Europa betrifft. Natürlich macht auch das moderne Online Banking das Leben um vieles leichter. Fast sämtliche Bankgeschäfte können von zuhause aus erledigt werden und wenn eine Überweisung vergessen wurde, hat selbstverständlich der eigene Computer rund um die Uhr geöffnet. Ebenfalls ist Online Banking kostengünstiger, denn Überweisungen, die vom heimischen Computer aus getätigt werden, kosten viel weniger als eine klassische Banküberweisung.

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