Girokonto eröffnen: Mehr Möglichkeiten als ein PostIdent

Girokonto eröffnenOhne ein Girokonto kommt heutzutage keiner mehr aus. Das monatliche Gehalt muss schließlich jedes Monat auf ein Konto gebucht und auch die Überweisungen müssen von einem Girokonto getätigt werden. Viele Personen haben ihr Girokonto bei einer Filialbank, vorzugsweise im gleichen Ort. Wer sich die Bank seines Vertrauens ausgesucht hat, vereinbart einen Termin, um sein Konto zu eröffnen. Doch im Zeichen des Internets haben sich die Direktbanken einen Platz um die Gunst der Kunden ergattert und wer ein Online-Konto eröffnen will, muss sich ebenfalls ausweisen können.

Wo die Unterschiede zwischen Filialbank und Online-Bank liegen, werden wir zeigen. Ebenso, dass es auch ein Girokonto ohne PostIdent gibt. Wo liegen hierbei die Vorteile?

  • Schnelle Vorgehensweise
  • Zeitersparnis
  • Modern und bequem
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Inhaltsverzeichnis

  • Girokonto ohne PostIdent – Warum ist eine Identifizierung nötig?
  • Wie funktioniert die Konto-Eröffnung bei einer Filialbank?
  • Wie funktioniert eigentlich das PostIdent-Verfahren?
  • Girokonto ohne PostIdent – in drei Schritten schnell zum Online Konto
  • Beispiele von Banken, bei denen eine Video-Legitimation möglich ist
    • Sonstige Unterschiede bei der Videolegitimation
  • Die Sicherheit bei der Videolegitimation
  • Fazit: Praktisch für Kunden, die diese technischen Voraussetzungen haben

Girokonto ohne PostIdent – Warum ist eine Identifizierung nötig?

icon_gesetzlichDurch das Geldwäschegesetz vom 30.11.1993 sind Banken, Versicherungen, aber auch Makler, Steuerberater und Anwälte gesetzlich dazu verpflichtet, die Identität ihrer Kunden festzustellen. Damit soll die Geldwäsche und die Terrorismusfinanzierung unterbunden werden. Aber auch aus steuerlichen Gründen muss der potentielle neue Girokonten-Inhaber eindeutig identifiziert werden.

Girokonto ohne Postident - Bild 1

Notwendig für eine Girokonto – Identifizierung

Die Zahl der Girokonten wächst und wächst und erreicht in Deutschland fast schon die 100 Millionen-Grenze. Während der Großteil der Konten in der Vergangenheit bei den Filialbanken lag, hat sich diese Tatsache deutlich verändert. Nunmehr sind es mehr als die Hälfte der Kontoinhaber, die ein Online-Konto besitzen. Mit diesem Geldwäschegesetz sind auch die Direktbanken in die Pflicht gezogen worden und sie müssen sich die Identität ihrer Kunden nachweisen lassen.

Wie funktioniert die Konto-Eröffnung bei einer Filialbank?

icon_FAQsHierzu vereinbart der Kunde einen Termin bei der Bank. Dafür muss er einige Dokumente vorweisen können:

  • Gültiger Reisepass oder Personalausweis
  • Gehaltsabrechnung der letzten drei Monate (das ist aber nur nötig, wenn das Girokonto einen Dispositionskredit haben soll)
  • Die Kontodaten für Daueraufträge, die eingerichtet werden sollen (dazu gehören zum Beispiel die Miete, Telefon- und Internetkosten oder diverse Versicherungen)

Sollte der zukünftige Kontoinhaber das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, ist es ratsam, einen Erziehungsberechtigten zum Termin mitzunehmen. Wenn dies aus zeitlichen Gründen nicht möglich ist, werden eine Unterschrift und der Personalausweis des Erziehungsberechtigten gefordert.

Wie funktioniert eigentlich das PostIdent-Verfahren?

icon_ChecklisteUm die Vorteile eines Online Kontos ohne PostIdent ins rechte Licht zu setzen, werden wir das PostIdent-Verfahren hier einmal genauer erklären.

Kunden, die ein Online Konto eröffnen wollen, müssen sich gegenüber der Direktbank legitimieren. Bisher war dies die einzige Möglichkeit sich gegenüber der Bank im rechtlichen Sinn auszuweisen. Bei dem Antrag eines Online Kontos kann das Formular für die Eröffnung des Girokontos bei der Anmeldung sofort ausgedruckt werden oder die Bank schickt diese Unterlagen per Post zu. Diese Methode kann von Bank zu Bank unterschiedlich sein. Das Formular muss der Neukunde nun ausfüllen und sich mit seinem Personalausweis zur nächsten Postfiliale begeben.

Girokonto ohne Postident - Bild 2

PostIdent ist nur bei einer Postfiliale möglich

Dort überträgt der Postangestellte die Daten in ein Formular seines Computers. Das ausgedruckte Formular muss der Kunde nun mit seiner Unterschrift bestätigen. Die Daten sollten vorher kontrolliert werden. Der Postbeamte wiederum kontrolliert die Unterschrift des Antragstellers und die Daten mittels des Personalausweises. Diese Angaben bestätigt der Postbeamte ebenfalls durch eine Unterschrift. Die Unterlagen werden nun an die Bank geschickt. Das PostIdent-Verfahren ist gänzlich kostenlos. Nachdem das Identifizierungs-Formular bei der Bank eingetroffen ist, wird das Girokonto freigeschaltet und der Kunde kann es sofort nutzen.

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Girokonto ohne PostIdent – in drei Schritten schnell zum Online Konto

icon_VerbrauchertippsLange Warteschlangen in der Postfiliale? Das nervte viele Kunden und sie sind nun froh, dass ein Konto eröffnen ohne PostIdent möglich ist. Dieses Verfahren gibt es allerdings noch nicht so lange. Erst seit Mitte 2014 löst die moderne und innovative Methode der Videoübertragung das langwierige PostIdent-Verfahren ab. Möglich machte dies die Genehmigung der BaFin und des Bundesfinanzministeriums, die eine „Fernidentifizierung“ per Videoübertragung nun als rechtlich für gültig erklärten.

Girokonto ohne Postident - Bild 3

Die moderne Art der Legitimation für ein Online-Konto

Mittlerweile erklären sich immer mehr Banken dazu bereit, eine Legitimation via Videoübertragung zu akzeptieren. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis dieses Verfahren als Standard gehandhabt wird.

Zunächst einmal sind für diese schnelle Legitimierung einige Voraussetzungen nötig. Diese wären:

  • Computer, Tablet , Laptop oder Smartphone mit Webcam (interne oder externe Kamera)
  • Stabile und schnelle Internetverbindung (Minimum 500 Kbit/s Übertragungsrate)
  • E-Mail-Adresse oder Smartphone
  • Die Geräte sind mit einer Video-Telefonie ausgestattet (via Skype oder über Internet-Browser mit WebRTC (Web Real Time Communication, d.h. Kommunikation in Echtzeit über den Browser)
    Hinweis: Eine Video-Legitimation für Personen unter 18 Jahren ist nicht möglich.

1. Schritt: Der Kunde meldet sich auf der Webseite der Bank seiner Wahl für die Eröffnung eines Girokontos an. Banken, die eine Legitimierung via Videoübertragung akzeptieren, bieten meist die Möglichkeit der Legitimation per Post-Ident oder ein Girokonto ohne PostIdent an. Der Kunde braucht also nur das entsprechende Häkchen setzen.

2. Schritt: Auf der nächsten Seite wird der Kunde aufgefordert, seinen Personalausweis in die Webcam zu halten. Dieses Verfahren funktioniert allerdings nur mit den neuen und modernen Ausweisen, die mit einem Hologramm versehen sind. Damit die Bank den Ausweis verifizieren kann, muss er gekippt und gedreht werden. Dadurch werden die Sicherheitsmerkmale, wie eben auch das Hologramm, geprüft. Bei diesem Vorgang wird ebenfalls die Ausweis-Nummer erfasst und Fotos von dem Ausweis angefertigt.

3. Schritt: Kurze Zeit später erhält der Neukunde per E-Mail oder SMS eine TAN-Nummer, die in das dafür vorgesehene Feld eingetragen wird. Damit ist das Legitimierungsverfahren abgeschlossen.

Beispiele von Banken, bei denen eine Video-Legitimation möglich ist

  • Targobank – Online Konto, Online Kredit
  • Wüstenrot – Wüstenrot Top Giro
  • Commerzbank – Commerzbank Girokonto
  • DKB – DKB Girokonto
  • ING (ehemals ING-DiBa) – ING Girokonto und Tagesgeldkonto
  • Comdirect – Comdirect Girokonto
  • HypoVereinsbank UniCredit – HVB Konto online
  • GLS Bank – GLS Bank Girokonto
  • N26 – N26 Girokonto
  • Sparkassen

Bei manchen Banken ist nur die Legitimation für das Girokonto ohne PostIdent möglich, andere Banken hingegen beziehen immer mehr Produkte in dieses Verfahren mit ein. Auch viele Online Broker setzen bei der Eröffnung eines Depots auf die Videolegitimation.

Sonstige Unterschiede bei der Videolegitimation

Zeiten: Auch die Zeiten, die der Kunde für seine Legitimation nutzen kann, sind von Bank zu Bank verschieden. Bei manchen Instituten ist dies rund um die Uhr möglich, bei anderen wiederum gibt es festgelegte Zeiten.
Personal: Einige Banken setzen für das Verfahren der Videolegitimation extra geschulte eigene Mitarbeiter ein. Andere hingegen wählen den Weg der Outsourcing Dienstleistung.

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Die Sicherheit bei der Videolegitimation

icon_sicherheitIn einem Rundschreiben legt die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) ganz klar fest, dass eigenes Personal der Banken extra für den Vorgang der Videolegitimation geschult werden muss. Dass nur spezielles Personal dafür zuständig ist, legt aber auch gleichzeitig den rechtlich zulässigen Grundstein dafür, dass auch externes Personal dies erledigen kann. Lagert die Bank dieses Verfahren also zu einem Service-Dienstleister aus, muss dieser auch dafür geeignet sein.

Diese Dienstleister sollten eine internationale Zertifizierung für Daten- und Informationssicherheit (ISO 27001) besitzen. Gleichzeitig sollten sie von der BaFin als solche Dienstleister akzeptiert sein. In einer Richtlinie der BaFin ist gleichzeitig verankert, dass die Kundenkontakte der Dienstleister mit den Banken in abgetrennten Räumen stattfinden müssen, die mit einer Zugangskontrolle versehen sind. Ebenso sind die sicherheitsrelevanten Prozesse für den Ablauf der Video-Legitimation in der Zertifizierung nach ISO 27001 für Informationssicherheit geregelt.

Girokonto ohne Postident - Bild 5

Die Sicherheit hinter der Kamera

Das heißt, der Kundenberater, der im Auftrag der Bank die Legitimation vornimmt, muss diese mehrstufige Kontrollverfahren sehr genau durchführen. Dies geschieht gemeinsam mit dem Vertragspartner. Dabei sind folgende Punkte zu beachten.

  • Erfassung der Ausweisnummer
  • Mündlicher Datenabgleich personeller Angaben auf dem Dokument
  • Prüfung der Ausweistypografie (Prüfung, ob das Schriftmuster des Ausweises korrekt ist)
  • Prüfung der Bildübereinstimmung (Ausweisfoto muss mit dem Videobild des Gegenübers identisch sein)
  • Prüfung, dass kein Foto auf das Dokument geklebt wurde und Bestätigung dieser Prüfung
  • Prüfung der Sichtbarkeit des Hologrammes
  • Prüfung, ob Laminierung des Ausweises intakt ist

Fazit: Praktisch für Kunden, die diese technischen Voraussetzungen haben

icon_FazitOb die Banken sich nur noch in Zukunft auf die Video-Legitimation beschränken, bezweifeln wir. Es gibt in Deutschland noch viele Menschen, die keine schnelle Internetverbindung besitzen – sei es aus standortrelevanten Gründen oder sei es aus Kostengründen. Einige ältere Menschen, die keinen Computer besitzen, könnten so nicht mehr die Bank wechseln. Trotzdem finden wir, dass dieser Vorgang eine gute zusätzliche Option ist für Menschen, die eine Technik auf dem neuesten Stand besitzen und die aus Zeitgründen diese Art der Kontoeröffnung nutzen. Personen, die sich ständig im Internet bewegen, wissen diese Alternative sehr zu schätzen.

Allerdings sind diesem ganzen Vorhaben die begrenzten Öffnungszeiten der Video-Legitimation im Wege. Meist ist dies bei Banken der Fall, die mit eigenem Personal diese Aufgabe übernehmen. Also – ist dieser Vorgang auch wieder an Öffnungszeiten gebunden. Ein Umstand, den der Internet-User so gar nicht will. Das wiederum spricht für Outsourcing-Dienstleister, die rund um die Uhr diese Dienste anbieten. Nur professionelle Kommunikationsdienstleister können diese Aufgabe übernehmen und das vorhandene Personal immer einsetzen. Für den Kunden ist dagegen noch etwas sehr wichtig und hier sind die Banken gefragt – die Sicherheit der persönlichen Daten und der Bankdaten.

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