Girokonto: Keine Schufa-Auskunft – keinen Dispositionskredit

Girokonto ohne Schufa - kein DispositionskreditWer ein Girokonto bei einer Bank eröffnen möchte, wird meist mit einer Anfrage bei der Schufa konfrontiert. Die Banken können dies allerdings nicht im Alleingang erledigen, sie brauchen immer die Einwilligung des künftigen Kontobesitzers dazu. Doch wozu will die Bank eine Auskunft von der Schufa? Als größter Auskunftgeber privater Schuldner liefert das Unternehmen den Banken Auskunft darüber, ob der neue Kunde auch kreditwürdig ist. Im Normalfall ist dieser Vorgang kein Problem. Doch was dann, wenn bereits ein negativer Schufa-Eintrag vorhanden ist? Nicht jede Person ist dann bereit, sich von der Bank hierüber in die Karten schauen zu lassen. Warum wollen viele ein Girokonto ohne Schufa mit Dispo?

  • Negativer Schufa-Eintrag vorhanden
  • Selbstständige erhalten oft keinen Dispo
  • Dispo gibt vermeintlich mehr Handlungsspielraum

Bekommt man bei einem Girokonto ohne Schufa wirklich keinen Dispo? Alle wichtigen Fakten haben wir Ihnen in unserem Ratgeber zum Thema Girokonto ohne Schufa und kein Dispo zusammengestellt!

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Banken werten das nicht vorhandene Einverständnis des zukünftigen Kunden für eine Schufa-Auskunft meist als negativ ein. Mangelnde Kreditwürdigkeit und Unseriösität stehen hier im Raum. Dennoch gibt es in Deutschland die Möglichkeit, ein Privatkonto ohne Schufa zu eröffnen. So ein Konto wird meist als Guthabenkonto oder als Konto für Jedermann bezeichnet. Kunden, die allerdings ein Konto ohne Schufa mit Dispo haben wollen, stoßen meist auf eine negative Antwort der Bank. Die Finanzinstitute prüfen nämlich genau, ob sie Kredite oder Darlehen gewähren können.

Girokonto ohne Schufa mit Dispo - Bild 1

Wie viel Dispo wird benötigt?

Inhaltsverzeichnis

  • Braucht man einen Dispo? Vor- und Nachteile
  • Zwei Formen eines Dispositionskredits
  • Der eingeräumte Dispo
  • Der geduldete Dispo
  • Wichtige Informationen über die Schufa
  • Warum ist eine Dateneinsicht wichtig?
  • Vorzeitige Löschung von Daten
  • Was ist ein Schufa-Score?
  • Fazit: Ein Girokonto ohne Schufa mit Dispo gibt es nicht!

Braucht man einen Dispo? Vor- und Nachteile

icon_VergleichStellt sich doch zuerst die Frage, braucht man eigentlich einen Dispositionskredit? So ein Kredit ist immer mit einem Girokonto verbunden. Genauer gesagt ist er ein Überziehungskredit. Wenn das Guthaben auf dem Girokonto aufgebraucht ist, wird vom Kunden dieser Überziehungskredit in Anspruch genommen. Ob er grundsätzlich gewährt und in welcher Höhe er genehmigt wird, legt die Bank fest. Dabei sind die Höhe des monatlichen Geldeinganges und die Regelmäßigkeit der Maßstab für die Überziehungssumme. Im Normalfall gewähren die Banken einen Dispo in Höhe von drei Monatsgehältern. Diese Tatsache zeigt schon alleine, dass die Eröffnung von einem Girokonto ohne Schufa mit Dispokredit fast schon unmöglich ist. Eine Dispokredit, der einmal von einer Bank oder Sparkasse eingeräumt wurde ist allerdings keine Garantie, dass es auch so bleibt. Wenn sich die wirtschaftliche Situation des Bankkunden verschlechtert, können die Finanzinstitute jederzeit den Dispo kündigen oder kürzen. Hierbei sind die Banken gesetzlich abgesichert, da diese Option in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen geregelt ist.

Vorteile eines Dispos
Gelegentlich reicht das Gehalt in einem Monat nicht aus und es ergibt sich ein finanzieller Engpass. Wer also schnell etwas mehr Geld braucht, kann seinen Dispositionskredit in Anspruch nehmen. Das Gute daran –   er ist sofort verfügbar und lange Wartezeiten auf eine Genehmigung erübrigen sich.

Girokonto ohne Schufa mit Dispo - Bild 2

Kurzzeitige finanzielle Engpässe mit einem Dispo überbrücken

Nachteile eines Dispos
Die Nachteile lassen sich kurz und knapp auf den Punkt bringen – es sind die hohen Zinsen. Die Banken lassen sich diese Kreditvergabe hoch bezahlen. Im Durchschnitt sind es zirka elf Prozent Zinsen, die der Bankkunde zahlen muss. Die derzeit unterirdisch niedrigen Zinsen für angelegtes Geld geben die Banken hier nicht weiter. Die hohen Zinsen sind besonders prägnant für den Bankkunden, wenn er den gesamten Dispokredit in Anspruch nimmt. Verbraucherschützer raten dazu, nicht ständig den Dispokredit in Anspruch zu nehmen, sondern bei größeren Anschaffungen lieber einen Ratenkredit abzuschließen. Hier sind die Zinsen deutlich niedriger.

Zwei Formen eines Dispositionskredits

Die Banken unterscheiden bei einem Dispo unter einem eingeräumten und einen geduldeten Überziehungskredit.

Der eingeräumte Dispo

icon_kuendigungDas ist ganz klar die Überziehungssumme, die eine Bank seinem Kunden freiwillig einräumt. Üblicherweise wird die Dispo-Summe gleich bei der Kontoeröffnung festgelegt. Allerdings vergeben die Banken einen Dispositionskredit nur bei einer guten Bonität. Das heißt, es müssen regelmäßig Zahlungen auf das Konto eingehen, zum Beispiel Gehalt, Rente oder Lohn. Eine weitere Bedingung für die Einräumung eines Dispositionskredits sind folgende Kriterien:

  • Kein negativer Schufa-Eintrag
  • Kein schlechtes Schufa-Scoring

Somit ist die Frage beantwortet – Gibt es ein Girokonto ohne Schufa mit Dispo? Wir sagen – generell „Nein“.

Finanzexperten raten sowieso, nicht den kompletten Dispositionsrahmen von zirka drei Monatsgehältern auszureizen, sondern sich nur für einen Kreditrahmen von zirka 500 Euro zu entscheiden. Mit dieser Summe werden auch kleinere regelmäßige Abbuchungen, wie zum Beispiel Telefonrechnungen, beglichen. Dies ist besonders im Urlaub wichtig, da sonst unnötig Mahngebühren bezahlt werden müssen. Grundsätzlich ist es möglich, dass sich der Kunde über die Höhe seines Dispos mit der Bank einigt.

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Der geduldete Dispo

icon_SchuldenWenn einem Bankkunden sein bereits eingeräumter Dispo-Rahmen immer noch nicht reicht und er Geld noch darüber hinaus benötigt, dann wird von einem geduldeten Dispo gesprochen. Das liegt natürlich immer im Ermessen der Bank. Nur wenn sich das Finanzinstitut sicher ist, dass es das geliehene Geld wieder zurück erhält, wird dieser überzogene Dispo gewährt. Daraus ergibt sich also wieder die logische Schlussfolgerung, dass ein Girokonto ohne Schufa mit Dispo nicht möglich ist. Ohne eine Schufa-Auskunft hat die Bank keinerlei Informationen über die Bonität des Kunden.

Hinweis: Ein geduldeter Dispositionskredit ist noch um einiges teurer als der eingeräumte Kredit. Der Zinssatz liegt nochmals um zirka vier Prozent höher. Es empfiehlt sich in jedem Fall, sich über die Höhe der Zinsen zu erkundigen, bevor der Dispositionskredit in Anspruch genommen wird.

Wichtige Informationen über die Schufa

icon_SchufaDie Schufa ist ein Datenriese, der eigentlich fast von jedem Deutschen Daten gespeichert hat. Dazu gehören die persönlichen Daten wie Name, Geburtsdatum und Geschlecht. Gespeichert sind zudem offene Forderungen, laufende Verträge, Kredit-, Leasing- oder Handyverträge und auch die Zahl der eröffneten Konten.

Was allerdings nicht in der Datei der Schufa zu sehen ist, betrifft die aktuelle persönliche Situation. Das heißt, wo die Person arbeitet und was sie verdient, weiß die Schufa nicht. Deshalb kann es auch sein, dass der Schufa Wert noch schlecht ist, obwohl sich die finanzielle Situation zwischenzeitlich verbessert hat. Daten werden drei Jahre gespeichert, während bei einer Privatinsolvenz noch längere Speicherzeiten bestehen. Normalerweise dauert eine Privatinsolvenz zwischen drei bis sechs Jahren. Nachdem sie abgeschlossen ist, werden die Daten noch vier Jahre bei der Schufa gespeichert.

Jeder Bürger hat laut § 34 des Bundesdatenschutzgesetzes einmal im Jahr das Recht für eine kostenlose Auskunft von der Schufa. Dieses Recht gilt allerdings auch für andere Datensammler. Diese erste Auskunft und auch die weiteren sind kostenlos. Kosten sind jedoch auch fällig. Die Voraussetzung dafür: Die Selbstauskunft wird benötigt, damit sich der Verbraucher über neue Daten informieren und eventuelle Fehler erkennen kann. Allerdings – für jede weitere Einsicht kann eine Gebühr verlangt werden, wenn die Auskunft gegenüber Dritten zu wirtschaftlichen Zwecken benötigt wird.

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Warum ist eine Dateneinsicht wichtig?

Es kann durchaus sein, dass die eingetragenen Daten bei der Schufa nicht richtig oder unvollständig sind. Dadurch kann es sich also lohnen, eine Selbstauskunft zu beantragen. Sollten sich hier Fehler eingeschlichen haben (was immer wieder bei der Schufa vorkommen soll) hat sich vielleicht die Frage erübrigt – erhalte ich ein Girokonto ohne Schufa mit Dispo?

Girokonto ohne Schufa mit Dispo - Bild 3

Alt-Tag: Statistik – Datenfehler bei der Schufa

Vorzeitige Löschung von Daten

Grundsätzlich sind die Daten volle drei Jahre bei der Schufa gespeichert. Doch seit dem Jahre 2012 bietet die Schufa eine vorzeitige Löschung der Daten an. Sie ist allerdings an bestimmte Bedingungen geknüpft:

  • Der Betrag ist nicht höher als 2.000 Euro
  • Der Eintrag bei der Schufa erfolgte nach dem 1. Juli 2012
  • Kann nicht per Gerichtsbeschluss vollstreckt werden
  • Gläubiger hat innerhalb von sechs Wochen die Zahlung gemeldet

Mit dieser Regelung gibt die Schufa Personen die Möglichkeit sich wieder positiv ins Licht zu setzen. Diese einmaligen Zahlungsstörungen werden somit durch eigenverantwortliches Handeln wieder revidiert. Wenn dies der Fall ist, muss nicht mehr nach einem Girokonto ohne Schufa mit Dispo gesucht werden.

Was ist ein Schufa-Score?

Auch der Begriff Schufa-Score steht immer wieder im Raum und kaum einer weiß etwas damit anzufangen. Hierbei gibt die Schufa die Kreditwürdigkeit des Bürgers in Zahlen an. Die Skala geht von 0 bis 1000. Je höher der Wert ist, desto kreditwürdiger ist die Person

  • 0 = extrem schlechtes Zahlungsverhalten (Vergangenheit)
  • 1 = sehr schlechtes Zahlungsverhalten (Vergangenheit oder es liegen keine Daten vor)
  • 1000 = idealer Schufa-Score

Fazit: Ein Girokonto ohne Schufa mit Dispo gibt es nicht!

icon_FazitDie Auskunft bei der Schufa bei der Eröffnung eines Girokontos ist bei den Banken gängige Praxis. Schließlich sind sie gewinnorientiert und riskieren nur selten Verluste. Wer also auf ein Girokonto mit Dispo hofft, bei dem keine Schufa-Auskunft stattfindet, wird schwer enttäuscht werden. Wir sind der Meinung, dass ein Dispositionskredit nur in Ausnahmefällen in Anspruch genommen werden sollte. Unser einziger Grund – die hohen Zinsen. Grundsätzlich sollte jeder Schulden vermeiden, wenn es denn geht. Denn das Geld, das man sich von der Bank leiht, muss zurückgezahlt werden und das mit satten Zinsen. Wenn bereits ein negativer Schufa-Eintrag vorhanden ist, zeigt das dem Kreditinstitut – hier hat der Kunde ein Problem, seine Finanzen in den Griff zu kriegen.

Das bedeutet wiederum für die Bank ein erhöhtes Risiko, das sie wahrscheinlich nicht eingehen wird. Sehr gefährlich sind die Verlockungen im Internet. Unseriöse Anbieter machen hier meist Versprechungen, die sie nicht halten können. Die Folge: Die Kosten schnellen durch überhöhte Zinsen oder Gebühren in die Höhe und die Verschuldung wird höher. Keine renommierte Bank ignoriert bereits vorhandene Schulden, ein zu niedriges oder gar kein Einkommen.

Wir sind der Meinung – ein Girokonto mit Dispositionskredit ist gar nicht so wichtig, denn die Schuldenfalle könnte dadurch noch größer werden. Dieser Überziehungskredit sollte wirklich nur genutzt werden, um kurze finanzielle Engpässe überbrücken zu können.

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