Kontopfändung aufheben? Einigung ist meist der richtige Weg

Fidor Bank GirokontoEinige Gläubiger beweisen Geduld, während andere wiederum wollen nicht mehr länger auf ihr Geld warten. Der nächste Schritt nach vielen Mahnungen ist dann oftmals eine Kontopfändung. Obwohl sich so eine Pfändung nicht über Nacht ergibt, sind doch viele Schuldner vor den Kopf gestoßen, wenn das Konto gesperrt ist. Stellt sich dann sofort die Frage – Wie kann man eine Kontopfändung aufheben? Der Schuldner hat dazu nicht die rechtlichen Möglichkeiten, diesen Part kann nur der Gläubiger übernehmen. Doch welche Möglichkeiten hat der Schuldner?

  • Einigung mit dem Schuldner auf Ratenzahlung
  • Aufheben bei Härtefällen
  • Pfändungsschutzkonto einrichten

Wie können Sie eine Kontopfändung schnell aufheben? Alle wichtigen Fakten haben wir Ihnen in unserem Ratgeber zum Thema Kontopfändung aufheben zusammengestellt!

Inhaltsverzeichnis

    • Wenn das Geld Flügel kriegt
    • Mit diesen Tipps die Schuldenfalle vermeiden
  • Beste Lösung – Einigung mit dem Gläubiger
    • Merkmale einer Ruhend Stellung
    • Merkmale der Rücknahme einer Kontopfändung
    • Verspätete Zahlungen unbedingt vermeiden
    • Wie kann man eine Kontopfändung aufheben? Durch eine Unpfändbarkeitsanordnung
    • Voraussetzungen für eine Unpfändbarkeitsverordnung
    • Kontopfändung und Insolvenz
    • Insolvenzgläubiger
    • Neugläubiger
    • Fazit: Kontopfändung aufheben? Es liegt am Schuldner

Wenn das Geld Flügel kriegt

icon_Wechsel_UmzugMeist kommt es zu Kontopfändungen, wenn der Schuldner auch nach wiederholten Aufforderungen nicht zahlt. Manchmal ist es auch keine Absicht, sondern schlichtweg unmöglich. Soll heißen – der Schuldner hat für die Bezahlung der Rechnung kein Geld mehr übrig. Dieser Umstand ist in Deutschland längst kein Sonderfall mehr. Mittlerweile sind es 1,75 Millionen Deutsche, die Schulden haben und ihre Rechnungen nicht mehr begleichen können. Nicht selten wissen die Betroffenen oft gar nicht, wie viele Schulden sie haben. Bei der Frage – Wie kann man eine Kontopfändung aufheben? – Ergibt sich eine logische Schlussfolgerung – Es gar nicht erst soweit kommen lassen.

Wie Kontopfändung aufheben - Bild 1

Seine Finanzen im Griff behalten

Mit diesen Tipps die Schuldenfalle vermeiden

1. Bezahlen – Das Bezahlen mit einer EC-Karte gehört heute zum guten Ton und wer noch an der Supermarktkasse umständlich sein Geld aus dem Geldbeutel kramt, gehört zur alten und unmodernen Generation. Dabei ist es sehr von Vorteil mit Bargeld zu bezahlen. Im Gegenteil, es ist sogar wissenschaftlich bewiesen, dass wer bar zahlt, auch weniger ausgibt. Warum das so ist? Die Person sieht das Geld, das ausgegeben wird und mit einer EC-Karte verliert man leicht den Überblick.
2. Kontrolle – Nie mehr Geld ausgeben, als man an Einnahmequelle hat. Hilfreich ist das Führen eines Haushaltsbuches. Wer alles aufschreibt, sieht bereits nach einem Monat, welche Produkte unnötig sind und was zu teuer war.
3. Gezielt einkaufen – Wichtig ist, einen Einkaufszettel mit den benötigten Produkten zu schreiben und sich nicht durch Spontankäufe ablenken zu lassen,
4. Preisvergleiche – Nicht gleich das nächstbeste vermeintlich gute Angebot annehmen, sondern im Internet Preise vergleichen.
5. Konto nicht überziehen – Wenn es möglich ist, das Konto nicht überziehen. Bei den Dispokrediten langen die Banken kräftig zu – bis zu 14 Prozent.
6. Fixkosten – Alle Fixkosten, wie zum Beispiel Miete, Strom oder Telefon, am Anfang des Monats überweisen. Damit weiß jeder sofort, was übrig bleibt.
7. Rechnungen – Keinen Brief, der eventuell eine Rechnung enthält in die Schublade stecken. Öffnen und gleich bezahlen – das spart hohe Mahnkosten.
8. Schulden – Bereits vorhandene Schulden aufschreiben und Plan erstellen, was monatlich zurückgezahlt werden kann.
9. Kredit – Keinen neuen Kredit aufnehmen. Einsparpotentiale finden – auf was kann verzichtet werden, was ist zu teuer usw. Günstige Flatrates für Telefon oder Internet finden oder auf Prepaid Kreditkarte ohne PostIdent umsteigen.
10. Schuldnerberatung – Wer selbst keine Ordnung in seine finanzielle Situation bringt, sollte rechtzeitig zur Schuldnerberatung gehen.

Wie Kontopfändung aufheben - Bild 2

Bar bezahlen und weniger ausgeben!

Beste Lösung – Einigung mit dem Gläubiger

icon_ZielgruppeAuf die Frage – Wie kann man eine Kontopfändung aufheben? – Gibt es eine wirklich gute Lösung. Sich mit dem Gläubiger einigen und zahlen. Dieser Ansatz ist für viele vielleicht sehr schwierig, denn sie würden ja zahlen, wenn das Geld dafür vorhanden wäre.

Für den oben genannten Vorschlag braucht es natürlich beide Parteien – den Gläubiger und den Schuldner. Gemeinsam heißt es:

  • Problem erkennen
  • Problem analysieren
  • Lösung finden

Wer schon jede Menge Schulden hat, traut sich oft nicht dies offen zu bekennen. Doch genau das wäre der richtige Ansatz – Ehrlichkeit. Denn eines ist klar, der Gläubiger will das Geld, das ihm rechtmäßig zusteht. Oftmals ist es viel einfacher – und das gilt für beide Parteien – wenn eine vernünftige Ratenzahlung vereinbart wird. Für den Schuldner ist es meist nicht möglich, den gesamten Betrag auf einmal zu zahlen. Mit einer kleinen Ratenzahlung ist beiden gedient. Der Schuldner kann das Geld aufbringen und der Gläubiger erhält sein Geld, wenn es auch länger dauert.

Sobald sich Schuldner und Gläubiger geeinigt haben, kann eine Ruhend Stellung der Kontopfändung vom Gläubiger veranlasst werden. Das bedeutet nichts anderes, als dass die Kontopfändung für den Zeitraum der Ratenzahlung ruht. Sie ist deswegen nicht aufgehoben und sobald der Schuldner sich nicht mehr an die vereinbarten Ratenzahlungen hält, kann der Gläubiger die Kontopfändung wieder aufleben lassen.

Merkmale einer Ruhend Stellung

Wenn der Gläubiger die Kontopfändung ruhen lässt, verliert er keineswegs seine Rangstellung. Wenn sich der Schuldner nicht an die Ratenzahlungen hält, genügt nur eine schriftliche Mitteilung an die Bank, dass sie die Kontopfändung wieder aufnehmen sollen. Ebenso bleibt die Rangstellung gleich, wenn eine weitere Kontopfändung eines anderen Gläubigers eingeht.

Merkmale der Rücknahme einer Kontopfändung

Bei einer Pfändungsrücknahme verzichtet der Gläubiger auf die Kontopfändung. Wenn sich Gläubiger und Schuldner auf eine Ratenzahlung geeinigt haben, bleibt dem Gläubiger oftmals nichts anderes übrig, als die Kontopfändung zurückzunehmen. Das hat seinen besonderen Grund.

Seitdem es die Möglichkeit eines Pfändungsschutzkontos gibt, weigern sich viele Banken, die Ruhend Stellung einer Kontopfändung zu akzeptieren. Ein Grund könnte der damit verbundene Aufwand sein, was bei einem P-Konto entfällt. Diese Art eine Kontopfändung ruhen zu lassen, war bisher zwar gängige Praxis, ist aber keinesfalls gesetzlich geregelt.

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Verspätete Zahlungen unbedingt vermeiden

icon_kuendigungMit der Einigung der Ratenzahlung und der Rücknahme der Kontopfändung erfüllen beide Parteien, also Schuldner und Gläubiger, ihren Teil der Vereinbarung. Es funktioniert nur wirklich richtig gut, wenn sich der Schuldner an die vereinbarte Ratenzahlung hält und sie wie ausgemacht pünktlich zahlt. Wenn er das nicht macht und zum Beispiel nur sporadisch einen Betrag überweist, dann muss der Gläubiger zwangsläufig eine erneute Kontopfändung veranlassen. Das ist doch egal, werden sich viele denken – doch so ist es nicht. Eine wiederholte Kontopfändung ist mit erneutem Aufwand und auch mehr Kosten verbunden, die in erster Linie der Gläubiger auslegen muss.

Die weitaus schwierigere Situation ergibt sich aus der Rangfolge. Sind mehrere Gläubiger vorhanden, so zählt in der Befriedigung der Forderungen die Rangfolge. Das heißt, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wenn die Kontopfändung eines Gläubigers zurückgenommen wird und er zu einem späteren Zeitpunkt erneut für den gleichen Schuldner eine Kontopfändung beantragt, rutscht er in der Rangfolge ganz nach hinten. Wenn diese Angelegenheit schlecht ausgeht, bleibt er auf seinen Forderungen sitzen. Also ist die Rücknahme einer Kontopfändung immer ein Risiko für den Gläubiger.

Ein Gläubiger wird es sich also zweimal überlegen, ob er die Kontopfändung aufheben lässt oder nicht.

Wie kann man eine Kontopfändung aufheben? Durch eine Unpfändbarkeitsanordnung

icon_VerbrauchertippsNicht nur der Gläubiger kann eine Kontopfändung aufheben, sondern auch das Vollstreckungsgericht. Dafür muss der Schuldner bei seinem zuständigen Vollstreckungsgericht einen schriftlichen Antrag stellen. Sind mehrere Kontopfändungen vorhanden, so muss der Schuldner für jeden einen extra Antrag ausfüllen. Je nachdem wie das Gericht entscheidet, ist es möglich, dass das Gericht die Unpfändbarkeit des Kontos für maximal 12 Monate anordnet. Diese Anordnung ist auf das Konto bezogen und gilt somit für alle vorliegenden Pfändungsbescheide.

Voraussetzungen für eine Unpfändbarkeitsverordnung

Damit das Vollstreckungsgericht eine Unpfändbarkeitsanordnung erlässt, muss der Schuldner nachweisen, dass auf sein Konto nur unpfändbare Geldbeträge eingehen. Maßgebend ist der Zeitraum von sechs Monaten vor der Antragstellung zur Unpfändbarkeit. Nach diesen 12 Monaten tritt die Kontopfändung wieder in Kraft. Darüber muss der Schuldner nicht informiert werden. Zudem muss der Schuldner glaubhaft versichern, dass er ebenfalls in den nächsten 12 Monaten nur Beträge erhält, die nicht gepfändet werden können.

Kontopfändung und Insolvenz

Wie verhält sich der Sachverhalt, wenn eine Kontopfändung beantragt wurde und der Schuldner Insolvenz angemeldet hat? Hier ist der Zeitpunkt entscheidend.

Insolvenzgläubiger

Dabei handelt es sich um einen Gläubiger, der bei der Eröffnung des Insolvenzverfahrens bereits eine Zwangsvollstreckung anordnen ließ. Erst nach dem Abschluss des Insolvenzverfahrens können diese Gläubiger wieder vollstrecken lassen.

Neugläubiger

Beantragt ein Gläubiger nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens eine Zwangsvollstreckung, muss er eine sechsmonatige Sperrung in Kauf nehmen. Läuft das Insolvenzverfahren darf der Gläubiger vollstrecken lassen, dies gilt auch für die Wohlverhaltensphase.

Hinweis: Gläubiger sollten sich durch ein Insolvenzverfahren nicht beunruhigen lassen, sondern einen Titel beantragen. Damit verjährt der Anspruch nicht. Jedoch in den ersten sechs Jahren der Wohlverhaltensphase ist eine Vollstreckung meist ergebnislos. Mit dem Ende dieser Phase wird jedoch das pfändbare Einkommen wieder frei und kann vollstreckt werden.

kontopfändung aufheben

Mit Gläubiger eine einvernehmliche Lösung herbeiführen

Fazit: Kontopfändung aufheben? Es liegt am Schuldner

icon_FazitAn einer Begleichung seiner Schulden führt einfach kein Weg vorbei. Eine Kontopfändung kann also nur aufgehoben werden, wenn sich der Schuldner zu einer Ratenzahlung bereit erklärt. Wir finden, alle behördlichen Beschlüsse und Erlässe erfordern nicht nur einen erheblichen Aufwand an Papierkram, sondern kosten auch zusätzlich Geld. Diese vermehrten Kosten trägt zum Schluss immer der Schuldner. Wenn also mehr Kontopfändungen auflaufen, erhöhen sich die Kosten signifikant und die Schuldenspirale dreht sich ständig weiter. Fast scheint es wie ein Teufelskreislauf, doch mit gutem Willen und einem guten Sparprogramm lässt sich auch diese Hürde meistern. Grundsätzlich sollte man Schulden vermeiden, denn egal um welches Teil es sich handelt – es kostet am Ende sehr viel mehr. Mit einem gegenseitigen Dialog lässt sich ebenso viel Ärger und Stress vermeiden. Unser Rat – schon vorher mit dem Gläubiger in Verhandlungen treten und eine Ratenzahlung beantragen.

Girokonto beantragen: www.fidor.de