Muster-Kündigung für ein P-Konto: So einfach kündigen

Fidor Bank GirokontoEin P-Konto kann jederzeit von einem Kontoinhaber bei seiner jeweiligen Bank eröffnet werden. Es soll dazu dienen, Schuldner eine gewisse Grundsicherung zu gewährleisten. Gläubiger haben bei einem klassischen Girokonto jederzeit das Recht das Konto zu pfänden. Damit ist das Konto gesperrt und es können keine Abbuchungen mehr stattfinden. Geldeingänge werden regulär verbucht. Erst, wenn die Pfändungssumme angewiesen wird, ist das Konto wieder „frei“ und der Kontoinhaber kann darauf zugreifen.

Eine Pfändung bedeutet daher für die Kunden meist die Bedrohung der Existenz, denn Miete und andere Nebenkosten sowie Lebenshaltungskosten können nicht mehr beglichen werden. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber die P-Konten ins Leben gerufen. Jeder Inhaber eines P-Kontos hat einen monatlichen Pfändungsfreibetrag. Dieser liegt bei minimal 1.073,88 Euro, kann jedoch abhängig von den Lebensumständen auch höher ausfallen.

Wer alles Zugriff auf Ihr Konto hat und es pfänden kann zeigen wir hier. Welche Schritte dann einzuleiten sind und welche Fehler Sie nicht machen sollten, erläutern wir in unserem weiteren Ratgeber.

Inhaltsverzeichnis

  • Regeln für ein P-Konto: Wer kann es beantragen
  • Jeder darf nur ein P-Konto haben
  • P-Konto auf Antrag
  • Erhöhung der Freigrenze möglich
  • Umwandlung des Girokontos in P-Konto
  • Kündigung des P-Kontos
  • Wandlung P-Konto in Girokonto
  • Fazit: P-Konto kündigen geht problemlos

Regeln für ein P-Konto: Wer kann es beantragen

  • Jeder kann nur ein P-Konto haben
  • Ein P-Konto gibt es nur auf schriftlichen Antrag
  • Kostenfreie Umstellung
  • Erhöhung der Freigrenze möglich

Während jeder Bürger mehrere Girokonten oder mehrere Kreditkarten besitzen kann, ist dies bei einem P-Konto nicht der Fall.

P-Konto schnell kündigen.

Checkliste – Auch das P-Konto kann jederzeit schriftlich gekündigt werden.

Jeder darf nur ein P-Konto haben

icon_ZielgruppeDas Pfändungsschutzkonto kann nur als Einzelkonto geführt werden. Wer ein gemeinschaftliches Girokonto hat und dies auf ein P-Konto umstellen möchte, kann nicht für alle Kontoinhaber einer Konto eröffnen. Hier muss jeder Inhaber sein eigenes P-Konto schriftlich beantragen. Hier kommt die nächste Besonderheit, denn das P-Konto steht zwar jedem zu, wird aber nicht automatisch gestellt.

P-Konto auf Antrag

Wer sein Geld vor den Gläubigern schützen möchte, muss selbst in Aktion treten. Hierbei kann man ein neues Konto als P-Konto eröffnen oder das bereits bestehende Girokonto als P-Konto umstellen lassen. Jedes Kreditinstitut bietet seinen Kunden entsprechende Formulare und Vordrucke an. Wenn eine Pfändung bereits ins Haus steht, können dennoch noch immer eine Umwandlung und die damit verbundene Sicherung des Kapitals stattfinden. Der Schutz des P-Kontos gilt auch für vier Wochen vor der Umwandlung.

P-Konto pro Person.

Um vor Missbrauch zu schützen, darf jeder nur ein P-Konto eröffnen. Alle Banken, wie hier die Sparda Bank, bieten das P-Konto an.

Die Umstellung des Girokontos auf ein P-Konto ist hingegen kostenfrei. Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit, denn die weitere Kontoführung ist kostenpflichtig. Dennoch müssen Kontoinhaber keine Angst vor überhöhten Kosten haben, denn der Gesetzgeber greift hier ein: Die monatlichen Kosten für ein P-Konto dürfen nicht höher sein als bislang. Nach Antragstellung erfolgt die Umstellung des Kontos meist innerhalb von vier Werktagen.

Erhöhung der Freigrenze möglich

Zwar gibt es schon eine gesetzlich geregelte Freigrenze aber diese kann je nach persönlichen Lebensumständen angepasst werden. Erhält man auf das Konto Sozialleistungen, Kindergeld oder hat andere Einnahmen, kann die Pfändungsfreigrenze auf Antrag erhöht werden. Wer unterhaltspflichtig ist, kann auch von einer höheren Freigrenze profitieren. Hierfür gelten die folgenden gesetzlichen Regelungen:

  • 478,04 Euro bei Unterhaltspflicht für eine Person
  • 703,21 Euro bei Unterhaltspflicht für zwei Personen
  • 928,38 Euro bei Unterhaltspflicht für drei Personen
  • 153,55 Euro bei Unterhaltspflicht für vier Personen
  • 378,72 Euro bei Unterhaltspflicht für fünf Personen.
Freibetrag ist variabel.

Der Pfändungsfreibetrag richtet sich nach den persönlichen Lebensumständen.

Um diese Grenze zu erhöhen, muss jedoch eine Bescheinigung bei der Bank vorgelegt werden. Hierfür kann eine Schuldnerberatungsstelle, der Insolvenzverwalter, die Familienkasse oder andere öffentliche Träger aufgesucht werden.

Girokonto beantragen: www.fidor.de

Umwandlung des Girokontos in P-Konto

icon_VerbrauchertippsGesetzlich hat jeder das Recht ein Pfändungsschutzkonto zu eröffnen. Dies ist im § 850k Abs. 7 S. 2 ZPO fixiert. Jedoch kann jeder nur ein P-Konto nutzen. So wird dem Missbrauch und der Kapitalrückstellung vorgebeugt. Jedoch kann jeder selbst entscheiden wie lange er das Konto führen möchte. Die Bank darf dem Kunden dabei keine Fristen setzen oder eine Kündigung des P-Kontos verhindern. Dennoch hatten in der Vergangenheit immer wieder verschiedene Banken kleine Fallstricke in den AGBs. Hier waren Klauseln aufgeführt, die den Kunden dazu nötigen können, das P-Konto bei einer entsprechenden Entschuldung aufzugeben. Doch diese Regularien wurden bereits von mehreren Gerichten als unzulässig erklärt. Demnach kann jeder Kunde selbst die Laufzeit des P-Kontos entscheiden.

Kündigung des P-Kontos

icon_kuendigungBis vor wenigen Jahren konnten die Kreditinstitute den Kunden das Girokonto kündigen, wenn dies mit einer Pfändung belegt wurde. Das kann allerdings nicht mehr passieren. Auch Kunden, die ein P-Konto führen, müssen mit keiner Kündigung seitens der Bank rechnen. Dennoch gibt es für die Bank Ausnahmen. Missbraucht der Kunde das P-Konto, tätigt u. a. betrügerische Transaktionen, kann die Bank das Pfändungsschutzkonto fristlos kündigen. Auch, wenn er bereits ein zweites P-Konto führt, spricht man von Missbrauch, denn jedem Kunden ist es nur gestattet, ein P-Konto zu führen.

Auch der Kontoinhaber selbst kann das P-Konto kündigen. Hat er keine Verschuldung oder keine Pfändungen mehr zu befürchten, kann er das Konto einfach auflösen oder es wieder in ein Girokonto umwandeln.

Hierfür muss er folgende Richtlinien beachten:

  • Auflösung/Kündigung nur schriftlich
  • Angabe der Kontonummer
  • Angabe Ende des Vertragszeitraums
  • Sicherstellung, dass keine Pfändung auf Konto vorliegt
  • Ausgeglichener Saldo muss vorliegen

Wandlung P-Konto in Girokonto

icon_VergleichDas P-Konto muss nicht immer zwangsläufig komplett gekündigt werden. Der Kontoinhaber kann auch weiterhin Kunde der Bank bleiben. In diesem Fall empfiehlt sich eine Umwandlung des Kontos in ein klassisches Girokonto. Die Bank kann dem Antrag auf die Wandlung der Kontoart zwar zustimmen, muss es jedoch nicht. Vor allem bei Kunden, die bereits mehrere Kontopfändungen hatten, tut sich die Bank oft schwer das Konto umzustellen. Hintergrund sind hier schlicht der Bearbeitungsaufwand bei jeder neuen Pfändung und die damit verbundenen Kosten. Dennoch kommen die meisten Banken den Kunden entgegen und wandeln das Konto rasch wieder in ein Girokonto. Jedoch gewähren sie den Kunden hier meist noch keinen Dispo oder andere Kredite.

Fazit: P-Konto kündigen geht problemlos

icon_FazitDas P-Konto kann ohne großen Aufwand gekündigt werden. Banken haben die Möglichkeit der fristlosen Kündigung, wenn der Kunde das P-Konto missbräuchlich nutzt. Kündigt der Kontoinhaber selbst, so kann die Bank diese annehmen, muss es aber nicht. Ob und wie schnell das P-Konto dann wieder in ein Girokonto gewandelt wird, obliegt auch der Ermessensentscheidung der Bank. Wer beispielsweise mehrere Pfändungen hatte, wird in der Regel meist nicht so schnell ein klassisches Girokonto erhalten. Die Formulierung der Kündigen oder Wandlung des Kontos muss jedoch in jedem Fall schriftlich erfolgen.

Girokonto beantragen: www.fidor.de