P-Konto Freibetrag berechnen: Wie hoch ist die P-Konto Freigrenze?

Bundesbürger haben das Recht auf die Umwandlung des Girokontos in ein Pfändungsschutzkonto. Das ist auch möglich, wenn die Pfändung bereits veranlasst wurde. Doch stellen sich die Fragen – Wie hoch ist die P Konto Freigrenze? Welche Vorteile hat dieses P Konto? Wie kann ich den P Konto Freibetrag berechnen?

  • Pfandfreier Betrag jedes Monat geschützt
  • Keine extra Beantragung beim Vollstreckungsgericht
  • Freibetrag kann durch Unterhaltspflicht erhöht werden
  • Sicherung der Existenz

Wie hoch ist der Freibetrag für ein P-Konto? Alle wichtigen Fakten haben wir Ihnen in unserem Ratgeber zum Thema Internet P-Konto Freibetrag zusammengestellt!

Inhaltsverzeichnis

  • P Konto Freibetrag berechnen – wie hoch ist dieser?
  • Wo gibt es diese Bescheinigungen?
  • Antrag auf Anpassung des Freibetrages für ein P Konto
  • Was kann noch als pfändungsfrei bescheinigt werden?
  • Wann gibt es keine Erhöhung des Freibetrages?
  • Besonderheiten des Pfändungsschutzkontos
  • Das sollte man noch über P Konten wissen
    • Wird beim P-Konto die Nummer geändert?
    • Sind die Kosten für das P-Konto höher als das normale Girokonto?
    • Schützt das P-Konto vor Pfändung?
    • Können die Kunden mehrere P-Konten haben?
    • Was passiert mit dem nicht benötigten Freibetrag?
    • Wie lange dauert die Bearbeitung meines P-Konto-Antrages?
    • Kann ich auf meinem P-Konto Ansparungen vornehmen?
  • Fazit: Einfach, denn die P Konto Freigrenze ist gesetzlich geregelt

P Konto Freibetrag berechnen – wie hoch ist dieser?

icon_gesetzlichMit einem Pfändungsschutzkonto ist die Sicherung einer angemessenen Lebensleistung des Schuldners gewährleistet. Sie ist in etwa mit dem Schutz zu vergleichen, der bei einer Lohnpfändung angesetzt wurde. Durch die Errichtung eines P Kontos hat der Schuldner einen großen Vorteil, denn der Pfändungsfreibetrag ist auf diesem Konto automatisch geschützt. Laut Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz gelten ab 01. Juli 2015 neue Beträge für den Pfändungsschutz.

Wie hoch ist der P Konto Freibetrag - Bild 2

Neue Pfändungstabelle des Bundesministeriums

Demnach beträgt der monatliche unpfändbare Betrag 1.073,88 Euro. Dies ist der Betrag, der für einen Ledigen gilt, der keine Kinder hat. Durch diese Erhöhung der Freibeträge wurde diese amtliche Pfändungstabelle den gestiegenen Lebenshaltungskosten angepasst. Die nächste Erhöhung ist voraussichtlich für Juli 2017 vorgesehen. Ist ein Schuldner für eine oder mehrere Personen unterhaltspflichtig, erhöht sich dieser Freibetrag. Nachfolgend die Zahlen dazu:

Geschützte Beträge mit Bescheinigung

 

Grundfreibetrag ab 01.07.20171.133,80 €Gesamt

Der Grundfreibetrag wird um 426,71 Euro für eine weitere Person erhöht. Jede weitere Person hat einen zusätzlichen Grundfreibetrag von 237,73 Euro. Wer beispielsweise unterhaltspflichtige Kinder besitzt, der hat eine höhere P-Konto Freigrenze. Der Nachweis der Unterhaltspflicht ist allerdings zu erbringen (beispielsweise durch das Jugendamt).

Es ist also immer eine Sache der Unterhaltspflicht, wenn sich die Frage stellt – Wie hoch ist der P Konto Freibetrag?

Wo gibt es diese Bescheinigungen?

icon_FAQsDie Banken dürfen nicht jede Bescheinigung akzeptieren, vielmehr müssen sie von bestimmten Stellen ausgestellt sein. Diese wären:

  • Familienkassen (Kindergeldbescheide)
  • Arbeitgeber (auf der Lohnbescheinigung des Arbeitgebers sind meist nur die so genannten steuerlichen Kinder angegeben. Die Personen, für die der Schuldner gesetzlich unterhaltspflichtig ist, sind auf dem Lohnzettel nicht zu sehen.)
  • Steuerberater, Rechtsanwälte und Notare i.S.v. § 305 Abs. 1 Nr. 1 InsO
  • Anerkannte Schuldnerberatungsstellen i.S.v. § 305 Abs. 1 Nr. 1 InsO
    Hinweis: Keine dieser Stellen ist gesetzlich dazu verpflichtet, diese Bescheinigung auszustellen. Manchmal wird auch eine Gebühr berechnet. Allerdings – das Amtsgericht kann eine solche Bescheinigung nicht ausstellen.

Es kann durchaus vorkommen, dass sich keiner dieser oben genannten Stellen dazu bereit erklärt, eine Bescheinigung für die Erhöhung des Pfändungsfreibetrages auszustellen. Auch kann es vorkommen, dass zwar eine Bescheinigung ausgestellt wurde, diese aber von der Bank nicht akzeptiert wird.

Antrag auf Anpassung des Freibetrages für ein P Konto

icon_SchuldenWenn sich Schwierigkeiten bei der Ausstellung der Bescheinigung ergeben, gibt es noch die Möglichkeit sich an die Vollstreckungsbehörde zu wenden. Dies kann das Amtsgericht, aber auch eine andere Behörde sein.

Hinweis: Wenn das Girokonto von der Stadtkasse, Finanzamt, Hauptzollamt usw. gepfändet wird, ist das Amtsgericht nicht zuständig. Wenn also das so genannte Verwaltungsvollstreckungsverfahren eingeleitet wurde, ist immer die jeweilige vollstreckende Behörde für diesen Antrag zuständig.

Dort ist der Antrag auf Anpassung des Freibetrages für das Pfändungsschutzkonto zu stellen. Wenn also der pfändungsfreie Geldeingang über dem Freibetrag liegt, ist dieser Antrag sinnvoll. Das Gericht kann diese Erhöhung einmal oder auf Dauer genehmigen. Der Antrag kann beim Vollstreckungsgericht direkt abgeholt werden oder man lädt sich das Formular online auf den eigenen Computer.

PDF-Formular

Antrag auf Anpassung Freibetrag P Konto

Dieser Antrag wird auch verwendet, wenn das Girokonto noch nicht in ein P-Konto umgewandelt wurde. Bei einer Kontopfändung wird in erster Linie das Konto für 14 Tage für alle Beteiligten gesperrt. Nur wenn der Schuldner oben genannten Antrag innerhalber dieser Zeitspanne einreicht und bei der Bank abgibt, kann er verhindern, dass der gesamte Geldbetrag des Kontos gepfändet wird.

Zu diesem Antrag müssen folgende Belege eingereicht werden:

  • Lohn- und Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate
  • Kontoauszüge der letzten drei Monate (einschließlich des letzten Kontoauszuges, der bei der Antragstellung vorlag)

Bevor das Amtsgericht eine Entscheidung fällt, wird der Gläubiger vom Vollstreckungsgericht angehört. Deshalb kann die Erhöhung des Freibetrages auch bis zu zehn Tage dauern.

Girokonto beantragen: www.fidor.de

Was kann noch als pfändungsfrei bescheinigt werden?

Es gibt noch andere Leistungen, die zusätzlich als pfändungsfrei bescheinigt werden können. Diese wären:

  • Kindergeld
  • Kinderfreibeträge
  • Bestimmte Sozialleistungen (zum Beispiel Blindengeld, Grundrente, Pflegegeld als Leistung der gesetzlichen Pflegeversicherung, Schwerstbeschädigtenzulage nach BVersG)
  • Einmalige Sozialleistungen ( zum Beispiel Erstausstattung nach der Geburt für den Bezugsmonat oder Kosten einer Klassenfahrt)

Wann gibt es keine Erhöhung des Freibetrages?

Der Pfändungsfreibetrag kann nicht erhöht werden, wenn der Schuldner folgende Leistungen erhält:

  • Erziehungsgeld
  • Wohngeld
  • Elterngeld
  • Mutterschaftsgeld

Wenn diese Beträge bei der auszahlenden Stelle gepfändet werden, besitzen sie den Status der Unpfändbarkeit. Sobald diese Leistungen allerdings auf dem Konto des Schuldners gebucht werden, unterliegen sie der Pfändung. Dies ist aber nur der Fall, wenn sie als Gesamtsumme (Freibetrag und Erziehungsgeld o.ä.) den Freibetrag übersteigen.

Wie hoch ist der P Konto Freibetrag - Bild 5

Erziehungsgeld kann gepfändet werden

Besonderheiten des Pfändungsschutzkontos

  • icon_KonditionenDie Banken melden ein P Konto der Schufa. Eine Auswirkung auf die Bonität des Schuldners hat diese Meldung nicht.
  • Auch bei einer Insolvenz erfüllt das P Konto seinen Sinn und Zweck. Auch wenn ein Insolvenzverfahren eingeleitet wird, bleibt das P Konto in seiner Funktion bestehen. Der unpfändbare Betrag steht dem Schuldner nach wie vor zum Bestreiten seines Lebensunterhaltes zur Verfügung. Diesen Betrag kann der Schuldner jederzeit vom P Konto abheben und er braucht dazu keine Freigabeentscheidung vom Insolvenzverwalter oder vom Treuhänder.
  • Jede Person darf nur ein P Konto Sollte der Schuldner mehrere P Konten besitzen macht er sich nach § 288 StGB Vereitelung der Zwangsvollstreckung oder nach § 263 StGB des Betruges schuldig.
  • Sollte es doch der Fall sein, dass ein Schuldner mehrere P Konten unterhält und dies der Gläubiger weiß, hat er folgende Möglichkeiten. Der Gläubiger muss dem Gericht mittels eines Antrages die jeweiligen Konten mitteilen. Zudem muss er beweisen, dass sämtliche Konten als P-Konten vom Schuldner geführt werden. Daraufhin darf der Gläubiger ein Konto als P Konto bezeichnen. Es macht Sinn, dass er ein Konto wählt, das den niedrigsten Kontostand aufweist. Die restlichen Konten kann er daraufhin pfänden lassen. Der § 850 k ZPO greift hier nicht. Eine Anhörung des Schuldners ist in dieser Angelegenheit nicht vorgesehen.
  • Die Zahlungen an den Gläubiger darf die Bank erst in vier Wochen nach Zustellung des Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses überweisen.
  • Wenn Sozialleistungen auf das Pfändungsschutzkonto überwiesen werden, kann der Kontoinhaber darüber innerhalb von 14 Tagen verfügen. Das gilt auch dann, wenn das Konto bereits überzogen ist. Die Bank kann nur mit den Kontoverführungsgebühren aufrechnen, aber nicht mit den Sozialleistungen.
  • Auf einem Pfändungsschutzkonto sind nur Sozialleistungen geschützt. Andere Gutschriften oder Lohnzahlungen darf die Bank verrechnen. Allerdings nur die Beträge, die über den Sockelbetrag hinausgehen oder die den Betrag übersteigen, der wegen Pfändung von Unterhaltsansprüchen vom Gericht angeordnet wird.
  • Wird das pfändungsgeschützte Guthaben bis zum Ende des Monats nicht aufgebraucht, wird dieser Restbetrag in den nächsten Monat übertragen. Dort bleibt es ebenso geschützt, aber nur für diesen Monat. Die Ausgaben in diesem Monat müssen mindestens den Überschuss des Vormonats Nur so kann der Pfändungsschutz erhalten bleiben. Meist machen aber in diesen Fällen die Banken Schwierigkeiten und so ist es besser, wenn in jedem Monat, der pfändungsgeschützte Betrag überwiesen oder abgehoben wird.

Das sollte man noch über P Konten wissen

Einen Pfändungsschutz, also ein P Konto, gibt es nicht für Gemeinschaftskonten. Zeichnet sich schon im Vorfeld eine Kontopfändung ab, sollte aus diesem Gemeinschaftskonto zwei Einzelkonten gemacht werden. Denn – normalerweise haftet auch der zweite Kontoinhaber bei einer Pfändung mit seinem Geld auf dem Gemeinschaftskonto.

Jede natürliche Person, die ein Einzel-Girokonto besitzt, kann ein Pfändungsschutzkonto eröffnen. Dies ist gesetzlich geregelt und gilt auch dann, wenn bereits gepfändet wurde oder der Pfändungs- und Überweisungsbeschluss soeben bei der Bank eingegangen ist. Innerhalb von drei Tagen muss die Bank das Girokonto in ein P Konto umwandeln.

Wird beim P-Konto die Nummer geändert?

Was geschieht, wenn ich ein Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto wandeln lassen möchte? Die bisherige Kontonummer wird nicht geändert, sodass es für Außenstehende nicht ersichtlich ist, ob es sich um ein normales Girokonto oder um ein P-Konto handelt. Damit sollen die Verbraucher vor negativen sozialen Auswirkungen geschützt werden. Nur die Inhaber des P-Kontos können auf ihrem Account sehen, dass es sich um ein Konto mit Pfändungsschutz handelt.

Sind die Kosten für das P-Konto höher als das normale Girokonto?

Bei den Kosten für das Pfändungsschutzkonto gab es in den letzten Jahren viele Entwicklungen. Für die Kontonutzer waren sie positiv, denn die teilweise überhöhten Kosten der Kreditinstitute wurden abgeschafft. Verbraucherschützer mahnten noch vor einigen Jahren, dass die Banken mit den P-Konten zu hohen Gebühren verlangten. Mittlerweile dürfen die Kosten für ein P-Konto nicht höher als die gängigen Gebührenmodelle beim Girokonto sein. Stellen die Bankkunden fest, dass sie für Pfändungsschutzkonto mehr zahlen müssen, sollten sie sich an die Bank direkt oder die Schuldnerberatung wenden.

Schützt das P-Konto vor Pfändung?

Viele Kontoinhaber denken, dass sie mit dem Pfändungsschutzkonto generell vor einer künftigen Pfändung geschützt sind. Doch das stimmt natürlich nicht. Das P-Konto garantiert nur, dass ein gewisser Grundbetrag nicht pfändbar ist. Werden darüber hinaus Einkünfte erzielt, müssen sie an die Gläubiger abgeführt werden. Das geschieht automatisch nach einer Frist von vier Wochen. Die zuständige Bank ist gesetzlich dazu verpflichtet, die Gläubiger zu befriedigen. Wer eine höhere P-Konto Freigrenze benötigt, muss sich an die zuständigen Institutionen wenden.

Können die Kunden mehrere P-Konten haben?

Theoretisch wäre es schön, wenn die Kunden alle ihre Konten als P-Konten führen könnten. Auf diese Weise wäre die Erhöhung des Pfändungsschutzes ganz einfach möglich. So leicht, wie es in der Theorie aussieht, ist es in der Praxis jedoch nicht. Jeder Kontoinhaber doch noch ein P-Konto besitzen, um gerade diese Missbräuche zu verhindern. Da die Daten in der SCHUFA gespeichert sind, fällt es sofort auf, wenn ein Kunde gleich mehrere P-Konten eröffnen/umwandeln möchte.

Was passiert mit dem nicht benötigten Freibetrag?

Schaffen die Kontoinhaber ihren monatlichen Grundfreibetrag nicht aus, wird dieser nicht automatisch an die Gläubiger weitergeleitet. Stattdessen können ihn die Kontoinhaber in den Folgemonat übertragen. Dann steht zusätzlich zum regulären Grundfreibetrag der Überschuss aus dem Vormonat zur Verfügung.

Wie lange dauert die Bearbeitung meines P-Konto-Antrages?

Wer sein Girokonto zum P-Konto machen möchte, muss dafür keine langen Wartezeiten in Kauf nehmen. Der Antrag wird direkt bei der zuständigen Bank schriftlich gestellt (meist gibt es dafür Bank eigene Formulare) und muss innerhalb von vier Tagen nach Antragstellung bearbeitet werden. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Kunden innerhalb eines kurzen Zeitrahmens wieder Zugriff auf ein Grundkapital zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes haben.

Kann ich auf meinem P-Konto Ansparungen vornehmen?

Inhaber eines P-Kontos sind der Meinung, dass sie wie gewohnt die Funktionen ihres Girokontos haben und gegebenenfalls Guthaben auf dem Konto ansparen können. Das funktioniert auch bei einem P-Konto, allerdings nur im begrenzten Maße. Gespart werden kann nur etwas vom monatlichen Grundfreibetrag. Der beispielsweise die Summe von über 1.140 Euro monatlich nicht vollständig ausschöpft, kann das Restguthaben in den Folgemonat übernehmen. Allerdings wird das Guthaben darüber hinaus nicht für die individuelle Ansparung der Kontoinhaber, sondern zur Befriedigung der Gläubiger genutzt. Erhalten die Kontoinhaber beispielsweise eine Lohnzahlung von monatlich 2.500 Euro, bleibt als Pfändungsschutz der Freibetrag von ca. 1.140 Euro; der Rest geht nach einer vierwöchigen Frist an die Gläubiger.

Fazit: Einfach, denn die P Konto Freigrenze ist gesetzlich geregelt

icon_FazitObwohl viele Personen manchmal über den Paragraphen-Dschungel lästern, der in Deutschland herrscht, hat er doch manchmal etwas Gutes. Wer ein Pfändungsschutzkonto besitzt, weiß ganz genau, was ihm im Monat zum Leben bleibt. Wir finden dies für eine gute Lösung und sie wird unserem Sozialstaat gerecht. Der Betrag beispielsweise für fünf Personen ist nicht gerade wenig, wenn man bedenkt, dass manche Familien mit viel weniger im Monat auskommen müssen. Es muss nur noch der Schuldner tätig werden und sich die P Konto Freigrenze mittels Bescheinigung erhöhen lassen. Und genau bei dieser Bescheinigung sind noch gesetzliche Lücken. Manche Schuldner hangeln sich von Stelle zu Stelle und keine ist bereit, diese Bescheinigung auszustellen. Wir finden, hier müsste seitens der Regierung eine Stelle benannt werden, die befugt ist, solche Bescheinigungen auszustellen.

Girokonto beantragen: www.fidor.de