P-Konto kostenfrei möglich: So geht es!

Fidor Bank GirokontoWird das Girokonto durch Gläubiger gepfändet, sind Sie zunächst nicht mehr liquide. Bis zur vollständigen Begleichung der Pfändungssumme bleibt das Konto gesperrt. Abbuchungen, Überweisungen und Daueraufträge können nicht mehr ausgeführt werden. Lediglich Einzahlungen auf das gepfändete Konto werden von der Bank zugelassen.

Wie sie am besten bei einer Kontopfändung reagieren, erklären wir in dem Ratgeber.

Inhaltsverzeichnis

  • Das Wichtigste zum kostenfreien P-Konto:
  • Grundlegende Regeln für ein P-Konto
  • Pfändungsfreibeträge für den Kontoinhaber
  • Unpfändbarkeit: Das versteht man darunter
  • Gebühren bei dem P-Konto
  • Geld sparen auf P-Konto
  • Fazit: Höhere Gebühren für P-Konto nicht zulässig

Das Wichtigste zum kostenfreien P-Konto:

  • Keine höheren Gebühren zulässig
  • Keine Leistungseinschränkung
  • Nur ein P-Konto pro Kunde
  • Freibetrag flexibel
Geld abheben trotz Pfändung.

Das P-Konto sichert Ihren Lebensunterhalt bis zur Freigrenze. So kann man es schnell beantragen

Einen Schutz vor der völligen Handlungsunfähigkeit kann das P-Konto bieten. Das Pfändungsschutzkonto bietet dem Gläubiger, wie es der Name schon verrät, einen unbürokratischen und raschen Schutz vor einer Pfändung. Jeder Kontoinhaber hat laut Gesetz ein Anrecht auf die Wandlung in ein P-Konto, wenn bei dem Kreditinstitut ein P-Konto geführt wird. Auch, wenn bereits eine Pfändung auf dem Konto besteht, kann es in ein Pfändungsschutzkonto umgewandelt werden. Dies muss innerhalb von vier Werktagen nach Antragstellung passieren. Nähere Informationen zu dem P-Konto und dessen Einrichtung bieten wir Ihnen hier.

Grundlegende Regeln für ein P-Konto

  • Jeder darf nur ein P-Konto führen
  • Umwandlung in P-Konto jederzeit möglich
  • Keine Gebühren für Umstellung in P-Konto
  • Weiterleitung der Daten an Schufa

icon_vorlage_musterZunächst muss bei der Bank ein Antrag auf die Führung eines P-Kontos gestellt werden. Hat man bereits ein Girokonto, ist das Kreditinstitut dazu verpflichtet das Konto in ein P-Konto zu wandeln. Handelt es sich um eine Neueröffnung eines Pfändungsschutzkontos kann die Bank dieses ablehnen, wenn sie einen Missbrauch vermutet. In der Regel sind Kreditinstitute jedoch dazu verpflichtet jedem Antragsteller ein P-Konto zu ermöglichen. An dieser Stelle sei gesagt: Jeder Kontoinhaber darf nur ein Pfändungsschutzkonto führen. Für die Eröffnung oder Wandlung in ein P-Konto darf das Kreditinstitut seinen Kunden auch keinerlei Kosten oder Gebühren in Rechnung stellen.

Wird das Girokonto in ein P-Konto gewandelt oder ein gänzlich neues P-Konto eröffnet, werden diese Daten auch an die Schufa weitergeleitet. Mit diesem Schritt wird sichergestellt, dass jeder Kontoinhaber nur ein Konto dieser Art eröffnet. Ein negativer Einfluss auf die Bonität ist durch das P-Konto jedoch nicht zu befürchten, denn das ist per Gesetz untersagt.

Führen Sie das bisherige Girokonto als ein Gemeinschaftskonto, muss jeder Kontoinhaber ein eigenes P-Konto beantragen. Eine gemeinschaftliche Nutzung des P-Kontos ist von dem Gesetzgeber klar untersagt.

Pfändungsfreibeträge für den Kontoinhaber

icon_gesetzlichJedes P-Konto hat einen Pfändungsfreibetrag. Dieser steht dem Kontoinhaber zu und dient zur monatlichen Grundsicherung. Abhängig von den persönlichen Lebensumständen kann der Freibetrag jedoch angepasst werden. Seit Mitte 2015 wurden die Freibeträge angehoben, um den steigenden Lebenshaltungskosten gerecht zu werden und die Inflation auszugleichen. Der Pfändungsschutz soll sicherstellen, dass der Schuldner zumindest durch ein Minimum in seiner Existenz gesichert wird. Zudem sollen auch alle Unterhaltspflichtigen wie etwa Ehefrau oder Kinder vor einer Vernachlässigung der Unterhaltspflicht bewahrt werden. Der Pfändungsfreibetrag pro Monat beträgt gegenwärtig 1.073,88 Euro für eine Person. Mit jeder weiteren unterhaltspflichtigen Person (diese muss aber nicht unbedingt im eigenen Haushalt leben) steigt der Freibetrag. um 404,16 Euro. Bei der zweiten Person, die unterhaltspflichtig ist, um 225,17 Euro. Letzterer Betrag gilt auch bis zur fünften unterhaltspflichtigen Person. Die genauen Freibeträge können Schuldner auch in der Pfändungsfreigrenzen-Bekanntmachung nachlesen. Hier finden sich alle Grenzen gestaffelt und auch Ausnahmen lassen sich hier gezielt entnehmen.

Girokonto beantragen: www.fidor.de

Unpfändbarkeit: Das versteht man darunter

icon_VerbrauchertippsIn einzelnen Fällen kann der Schuldner sogar die Unpfändbarkeit seines Kontos beantragen. Liegt der Geldeingang auf dem P-Konto nachweislich über einen längeren Zeitraum unter der Freigrenze, kann der Schuldner bei dem zuständigen Vollstreckungsgericht auch eine Unpfändbarkeit des Kontos beantragen. Dies kann bis maximal 12 Monate erlassen werden. Solch eine Umstellung bringt Vorteile für Kunde und Bank. Der Kunde hat nicht mehr den stetigen Druck durch eine permanente Kontopfändung und die Bank spart sich Verwaltungsaufwand, da sie keinerlei Freibeträge mehr beachten und entsprechend verbuchen muss. Kontopfändungen innerhalb dieses Zeitraums bleiben unbedient und das Konto wäre durch entsprechende Pfändungen nicht im Zahlungsverkehr eingeschränkt.

Zahlungsfähig bleiben mit Kontopfändung.

Auch bei Kontopfändung steht Ihnen ein Freibetrag zu.

Gebühren bei dem P-Konto

  • Gebühren dürfen nicht höher sein als bei Girokonto
  • Wandlung in P-Konto gesetzlich geregelt
  • Kündigung des Dispos bei P-Konto nicht zulässig

Einige Kreditinstitute sahen in dem P-Konto eine Art Goldesel und erlegten den Kunden die absonderlichsten Gebühren auf. Damit ließ sich eine Zeit lang gutes Geld verdienen. Gut für die Banken, dennoch nahteilig für die Kunden. Für Letztere war es eine Spirale der Geldnot, wenn ohnehin schon wenig Liquidität besteht. Seit der gesetzlichen Einführung der Pflicht zur Wandlung in ein P-Konto im Jahr 2010 ist auch mit den überhöhten Gebühren Schluss. Auch der Bundesgerichtshof entschied in einem Urteil aus dem Jahr 2010 bereits über die Unzulässigkeit der überhöhten Gebühren für die P-Konten.

Keine Extrakosten bei P-Konto.

Kosten bei P-Konto wie bei Girokonto

Demnach dürfen die Gebühren eines P-Kontos nicht höher sein als bei einem klassischen Girokonto. Zudem ist auch die Guthabenklausel nicht mehr tragbar. Laut dieser Klausel war es den Banken gestattet, bei der Wandlung in ein P-Konto den Dispo und die Kreditkarten zu kündigen. Der Kunde wurde in solch einer Situation gleich mit mehreren Rückzahlungen konfrontiert. Doch dies ist nicht mehr rechtens. Auch bei einem P-Konto dürfen bereits bestehende Dispokredite nicht zum Ausgleich eingefordert werden.

Versucht eine Bank dennoch überhöhte Gebühren für ein P-Konto einzufordern, sollte dies der Bankenaufsicht oder der Verbraucherzentrale angezeigt werden. Zudem sollte die Bank schriftlich zur Rückerstattung aufgefordert werden.

Geld sparen auf P-Konto

icon_KonditionenMan mag bei einem P-Konto den Eindruck bekommen, dass es vor den Gläubigern schützt. Man kann ein P-Konto beantragen und dann ist das Guthaben vor den Zugriffen Dritter geschützt. Dem ist aber nicht so. Zwar gibt es bei dem Pfändungsschutzkonto eine Freigrenze aber diese liegt knapp über 1.000 Euro und soll der Sicherung des Existenzminimums des Schuldners dienen. Da jeder nur ein P-Konto eröffnen kann, ist es auch nicht möglich gleich mehrere Konten mit dieser Freigrenze zu haben und so sein Geld vor den Gläubigern in Sicherheit zu bringen. Das Guthaben, was über der Freigrenze liegt, wird auch zur Auszahlung gebracht. Bei der Kontopfändung werden so lange die Gläubiger bedient, bis diese befriedigt sind oder die Pfändung verjährt ist.

Dennoch kann man etwas Geld auf dem P-Konto „ansparen“. Verbraucht man im Monat nicht die gesamte Summe des Freibetrags, wird diese automatisch auf den Folgemonat übernommen. Verbraucht man sie aber auch im Folgemonat nicht, wird dieser Betrag an die Gläubiger ausgezahlt und dient zu Befriedigung der Forderung.

Fazit: Höhere Gebühren für P-Konto nicht zulässig

icon_FazitBei einem P-Konto dürfen die Banken keine höheren Gebühren verlangen als bei dem klassischen Girokonto. Auch die Serviceleistungen dürfen nicht eingeschränkt werden. Die Pfändungsfreigrenze ist variabel und kann bei einem veränderten Lebensunterhalt entsprechend angepasst werden. Zudem können Schuldner einen nicht genutzten Freibetrag einmalig für den Folgemonat übertragen.

Girokonto beantragen: www.fidor.de