Pfändungsschutzkonto: Geld sichern für Lebensunterhalt

Fidor Bank GirokontoDer Fall einer Pfändung kann schneller eintreffen, als es einem lieb ist. Die besondere Situation erfordert spezielle Maßnahmen und einen zusätzlichen Schutz. Sicherheit kann durch ein Pfändungsschutzkonto erlangt werden, welches als Grundlage dient und weiterhin die Abwicklung der Finanzen Zahlung der laufenden Kosten ermöglicht.

Was kann Ihnen ein Pfändungsschutzkonto noch bieten? Alle wichtigen Fakten haben wir Ihnen in unserem Ratgeber zum Thema Pfändungsschutzkonto zusammengestellt!

Inhaltsverzeichnis

  • Das Wichtigste zum Pfändungsschutzkonto:
  • Was bringt ein Pfändungsschutzkonto mit sich?
  • Wie funktioniert ein Pfändungsschutzkonto?
  • Anspruch auf ein Pfändungsschutzkonto
  • Welche Freibeträge hat ein Pfändungsschutzkonto?
  • Wofür werden Bescheinigungen ausgestellt und von wem?
  • Lässt sich ein P- Konto zurück umwandeln?
    • Noch mehr Tipps zum P-Konto
  • Unser Fazit: Mit P-Konto auch bei Pfändung liquide sein

Das Wichtigste zum Pfändungsschutzkonto:

  • Pfändungsschutz bis zur Bemessungsgrenze
  • Grundgebühren für P-Kontovariieren
  • Jeder kann P-Konto bei Bedürftigkeit eröffnen
  • Kein Dispo
  • Prepaid-Kreditkarte als Ergänzung möglich

Was bringt ein Pfändungsschutzkonto mit sich?

icon_kuendigungDie Leistungen des P-Kontos unterscheiden sich im Wesentlichen nicht von den Konditionen eines klassischen Kontos. Auch bei den Kosten ist das P-Konto fast gleich- zumindest sollte es dies sein. Da es keine einheitliche gesetzliche Grundlage und Gebührenordnung für die P-Konten gibt, erheben zahlreiche Kreditinstitute deutlich überhöhte Kontogebühren und Gebühren für weitere Serviceleistungen. Dennoch funktioniert die Umstellung auf ein P-Konto problemlos und schnell. Dafür ist lediglich das Ausfüllen eines Formulars sowie das Einreichen von Bedarfsbescheinigungen nötig. Die Kontonummer bleibt bestehen, sodass reinäußerlich nicht erkennbar ist, dass es sich um kein klassisches Girokonto handelt. Das P-Konto kann jedoch nur an Einzelpersonen vergeben werden. Führen etwa Ehepartner ein gemeinsames Girokonto und wollen dann ein P-Konto beantragen, ist dies nicht möglich. In diesem Fall muss jeder Einzelne ein P-Konto eröffnen.

Wie funktioniert ein Pfändungsschutzkonto?

Anspruch auf ein Pfändungsschutzkonto

icon_ZielgruppeWer Anspruch auf ein Pfändungsschutzkonto hat, ergibt sich bereits aus dem Begriff und der Frage „ Was ist ein Pfändungsschutzkonto?“. Wie bereits der Name vermuten lässt, ist es eine spezielle Art von Girokonto, welches ausschließlich für den Fall einer Pfändung vorgesehen ist. Dabei ist allerdings zu unterscheiden, um was für eine Pfändung es sich handelt. In diesem Fall ist eine Insolvenz damit verbunden, die selbst bei der zuständigen Stelle zu beantragen ist.

Pfändungsschutzkonto sichert Ihr Geld.

Auch trotz Pfändung den Lebensunterhalt bestreiten mit Pfändungsschutzkonto.

Auch beim Bezug von Sozialleistungen erweist sich diese Kontoart als vorteilhaft. Die Beantragung bei der Bank kann jeder Stellen und muss innerhalb von vier Tagen bearbeitet werden. Während jeder, der bereits im Besitz eines Girokontos ist, das Recht hat, dass dieses in ein Pfändungsschutzkonto umgewandelt wird, besteht bislang noch nicht das Recht auf Besitz eines Girokontos, was sich allerdings 2016 ändern soll. Sowohl der Dispokredit, wie auch die Kreditkarte dürfen bei der Umwandlung nicht von heute auf morgen entzogen werden. Die Bank muss sie in einer angemessenen Frist kündigen.

Welche Freibeträge hat ein Pfändungsschutzkonto?

icon_ChecklisteJeder Alleinstehende hat zunächst einen Grundfreibetrag von 1.073,88 Euro pro Monat. Bis zu diesem Betrag ist das Konto vor einer Pfändung geschützt.

Ist der Kontoinhaber eines P-Kontos unterhaltspflichtig oder verheiratet können auf Antrag weitere Feibeträge bewährt werden. Für die erste Person erhöht sich demnach der Grundfreibetrag um 404,16 Euro. 225,17 Euro erhält jede weitere Person als Freibetrag. Das Kindergeld darf in diesem Fall ebenso nicht angetastet werden.

Von der Pfändung ausgenommen sind auch einmalige Leistungen. Erhält man beispielsweise Geld für die Erstausstattung der Wohnung, Kostenerstattung der Krankenkasse, Pflegegeld oder einmalige Sozialleistungen, dürfen diese nicht gepfändet werden.

Diese Erhöhung des Grundfreibetrags muss der Bank jedoch in jedem Fall angezeigt werden. Hierfür benötigen Sie die P-Konto-Bescheinigung nach §850k, Abs. 5 ZPO. Auf ihr finden sich alle Freibeträge sowie Zusatzleistungen.

Freibeträge sind wie folgt gestaffelt:

  • 1.478,04 Euro 1 Person Unterhaltspflicht
  • 1.703,21 Euro 2 Personen Unterhaltspflicht
  • 1.928,38 Euro 3 Personen Unterhaltspflicht
  • 2.153,55 Euro 4 Personen Unterhaltspflicht
  • 2.378,72 Euro 5 Personen Unterhaltspflicht
Girokonto beantragen: www.fidor.de

Wofür werden Bescheinigungen ausgestellt und von wem?

icon_VerbrauchertippsBei der Frage „Was ist ein P- Konto?“ stößt man unweigerlich immer wieder auf die Nennung von Bescheinigungen, die für unterschiedliche Situationen ausgestellt werden. In der Regel ist es die Bescheinigung zur Erhöhung des Freibetrages. Diese können von sehr unterschiedlichen Stellen ausgestellt werden. Ob Familienkasse, Arbeitgeber, Sozialleistungsträger, Schuldnerstelle, Verbraucherinsolvenzstelle, Rechtsanwälte und Steuerberater diese Bescheinigung ausgestellt haben, wirkt sich nicht auf die Gültigkeit aus. Ebenso andere Papiere, die die Unterhaltspflicht belegen können anstelle einer Bescheinigung vorgelegt werden.

Liquide mit Pfändungskonto.

Auch bei Pfändung liquide bleiben und Überweisungen ausführen können.

Vorzulegen sind diese Bescheinigungen grundsätzlich der Bank. Mit den speziellen Vordrucken, die bei der Arbeitsgemeinschaft für Schuldnerberatung erhältlich sind, geht die Bearbeitung meist schneller. Sollte die Bank die Erhöhung nicht akzeptieren und umsetzen, kann und sollte der Weg zum Vollstreckungsgericht oder zur Vollstreckungsbehörde gegangen werden. Die Dauer der Gültigkeit kann jede Bank selbst wählen, muss dies jedoch dem Kontoinhaber mitteilen.

Lässt sich ein P- Konto zurück umwandeln?

icon_VergleichWenn alle Pfändungen oder das laufende Insolvenzverfahren vorüber sind, steigt der Wunsch nach einem herkömmlichen Girokonto, welches freie Verfügbarkeit über alle Beträge ermöglicht. Bis vor kurzem haben sich viele Banken geweigert, die Zusätze zurückzunehmen. Das Gerichtsurteil von 2015 besagt, dass mit der Kündigung der Zusatzvereinbarung, jedes P- Konto wieder zu einem herkömmlichen Girokonto mit den bisherigen Konditionen zurück umgewandelt werden kann und die Bank dies vornehmen muss. Finanziell macht dies keinen großen Unterschied, weil die Gebühren nicht wesentlich durch die zusätzlichen Leistungen angehoben werden dürfen.

Noch mehr Tipps zum P-Konto

Sie müssen auch bei einem Pfändungsschutzkonto einiges beachten, denn hier sind nicht automatisch alle Beträge vor einer Pfändung geschützt.

  • Unterhaltszahlungen
    Wenn Sie einen Unterhalt oder einen Unterhaltsvorschuss für Ihr Kind erhalten, ist dieser nicht vor der Pfändung geschützt, wenn er den Freibetrag überschreitet. Daher empfiehlt sich hier für das Kind ein extra Konto zu eröffnen, um unnötigen bürokratischen Aufwand zu vermeiden und die Unterhaltszahlungen zu sichern.
  • Übertrag Grundfreibetrag
    Der monatliche Grundfreibetrag kann auch übertragen werden, wenn dieser einmal nicht ausgeschöpft ist. Auf diese Weise haben Sie dann im nächsten Monat Ihren Grundfreibetrag und den noch übrigen Freibetrag des Folgemonats zur pfändungsfreien Verfügung.
  • Kontopfändung P-Konto
    Auch das P-Konto schützt Sie nicht vor einer Pfändung. Doch Sie haben hier einen Pfändungsschutz für Ihren Grundfreibetrag. Alles, was oberhalb des Freibetrags liegt, kann jedoch gepfändet werden. Besteht eine Kontopfändung auf Ihrem P-Konto, können Sie dennoch weiter Daueraufträge, Lastschriften und Überweisungen ausführen.
  • Kontoüberziehung
    Eine Überziehung des P-Kontos ist nicht möglich. Da das Konto nur auf einer Guthabenbasis funktioniert, wird bei dem Konto auch kein Dispo zur Verfügung gestellt.
 Freibetrag bei P-Konto beantragen und erhöhen.

So kann man sich den Grundfreibetrag auf dem P-Konto sichern.

Eine Überziehung ist daher hier nicht möglich. Auch andere Finanzdienstleistungen funktionieren nach dem Guthabenprinzip. So gibt es zahlreiche Anbieter für Prepaid-Kreditkarten. Welcher der Beste ist, haben wir für Sie herausgefunden. Lesen Sie hier mehr dazu. Um weitere finanzielle Engpässe auch ohne Kredite zu überbrücken, können Sie auch andere Lösungen in Anspruch nehmen. Haben Sie eine Lebensversicherung? Diese können Sie beleihen. Welche Rahmenbedingungen daran gebunden sind, zeigen wir Ihnen im Ratgeber.

Unser Fazit: Mit P-Konto auch bei Pfändung liquide sein

icon_FazitEin Pfändungsschutzkonto ist eine sinnvolle Einrichtung, wenn sich eine Pfändung ankündigt oder Insolvenzverfahren in die Wege geleitet werden soll. Die Freibeträge sollen den Lebensunterhalt sichern und werden an die zu versorgende Personenanzahl angepasst und erhöht. Die Gesetze wurden in den letzten Jahren zum Schutz des Schuldners erweitert.

Girokonto beantragen: www.fidor.de