Auch eine Prepaid EC-Karte kann Kosten verursachen

Fidor Bank GirokontoObwohl viele Personen im Alltag mit Bargeld zahlen, so ist die Kartenzahlung doch immer mehr auf dem Vormarsch. Es ist bequem und einfach. Man muss sich nicht immer darum kümmern, genügend Geld zuhause zu haben. Plötzlich ist der Geldbeutel zu schwer und eine kleine Plastikkarte hat in jeder noch so knappen Jeans Platz oder? Das sind die Argumente, die für eine EC Karte sprechen. Dennoch gibt es bei dieser Zahlungsweise nicht nur Licht, sondern auch Schatten. Immer wieder ist über eine Prepaid EC Karte zu lesen. Viele wundern sich, denn eine Prepaid Kreditkarte ist schon bekannt, aber eine EC Karte mit Prepaid Charakter? Das ist eigentlich ganz einfach. Eine neue EU-Richtlinie legt nun fest, dass jeder Bürger ein Recht auf ein Girokonto hat (mehr Informationen in dem Artikel „Girokonto für Jedermann“). In den Funktionen ist dieses Konto genauso wie jedes andere Konto, nur dass es sich hier um ein Guthabenkonto handelt. Das heißt – das Konto darf nicht überzogen werden. Allerdings erhält der Bankkunde auch eine EC Karte bei der Eröffnung des Girokontos. Ist das Konto nicht gedeckt, kann die EC Karte nicht verwendet werden. Deshalb wird diese EC Karte auch gerne als Prepaid EC-Karte bezeichnet. Das kann diese Karte:

  • Zahlung ohne Bargeld
  • Nicht von Öffnungszeiten der Bank abhängig
  • Viele Akzeptanzstellen

Was kostet eine Prepaid EC Karte? Alle wichtigen Fakten haben wir Ihnen in unserem Ratgeber zum Thema Prepaid EC Karte Kosten zusammengestellt!

Inhaltsverzeichnis

  • Die Funktionen einer EC Karte
  • Mit Girocard zahlen – in Deutschland und in Europa
  • Die Ansicht der Girocard
  • Doch wo sind die Unterschiede?
    • Maestro Card
    • V-Pay-Karte
    • Die Limits der Girocards
  • Ersatzkarte – ist sie mit Kosten verbunden?
  • Neue EU-Regeln für weniger Kosten
  • Fazit: Eine Prepaid EC-Karte ist immer an das Guthaben gebunden

Die Funktionen einer EC Karte

icon_kuendigungDie EC-Karten werden auch als Debitkarten bezeichnet. Doch bevor man sich diesen Namen merkt, sollte der Verbraucher wissen, dass ab dem Jahre 2010 dieses Plastikgeld als Girocard bezeichnet wird. Diese Namensänderung geschah nicht einfach so, sondern wurde im Rahmen einer einheitlichen Zahlungsweise in Europa erfunden. Damit wurde die Funktion der EC Karte erweitert. Nun konnte man Bezahlen an der Ladenkasse und gleichzeitig vom Geldautomaten Geld abheben.

Ansicht der prozentualen Beteiligung der Girocard

Mit Girocard zahlen – in Deutschland und in Europa

icon_KonditionenDie Akzeptanz in Deutschland ist sehr hoch. An rund 740.000 Terminals kann mit einer Prepaid EC-Karte oder Girocard bezahlt werden. Auch wer Urlaub in Europa macht, kann mit dieser Plastikkarte sehr gut bezahlen. Die Akzeptanz der deutschen Debitkarte verbessert sich zusehends im SEPA-Raum. Allerdings sollte man hier auf die Kosten achten. Während in Deutschland das Zahlen mit der Girocard für den Nutzer kostenlos ist, werden außerhalb des Euro-Raumes in der Regel Gebühren berechnet. Wer sich unsicher ist, ob seine Girocard im europäischen Raum seines Landes akzeptiert wird, sollte vorsichtshalber noch eine Kreditkarte im Gepäck dabei haben.

Die Ansicht der Girocard

So sieht eine Girocard bei den Sparkassen aus. Wie man sieht, ist das Logo der Girocard hier nicht zu sehen. Tatsache ist, dass die Banken im Layout ihrer Karten völlig freie Hand haben. Die Girocard ist als eine Art Rahmen für die verschiedenen Debitkarten-Zahlungssysteme zu betrachten. Die Sparkassen benützen zum Beispiel das Maestro Zeichen, während andere Banken das V-Pay-Zeichen auf ihre Karten drucken lassen. Es kann aber auch sein, dass beide Zeichen auf einer Karte zu sehen sind. Wie gesagt, ein einheitliches System gibt es beim Layout nicht.

Prepaid EC-Karte - Bild 3

So sieht die Girocard bei den Sparkassen aus

Doch was steckt hinter den unterschiedlichen Zeichen? Es sind nur zwei unterschiedliche Herausgeber der Karten. Diese sind:

  • Die V-Pay-Karte wird vom Kreditkarteninstitut Visa ausgegeben
  • Die Maestro Card wird vom Kreditkarteninstitut MasterCard ausgestellt
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Doch wo sind die Unterschiede?

Maestro Card

Die Maestro Card ist vor allen Dingen für den Auslandseinsatz geeignet. Mit ihr kann auf der ganzen Welt bargeldlos bezahlt werden. Das heißt, sie ist einsetzbar am Geldautomaten, in Restaurants und in Geschäften. Dass sie auf der ganzen Welt akzeptiert wird, hat seinen guten Grund. Sie besitzt auf der Rückseite noch den Magnetstreifen, der eigentlich zu den veralteten Sicherheitsmerkmalen gehört und leicht kopiert werden kann.

V-Pay-Karte

Die V-Pay-Karte wird überall in der Europäischen Union akzeptiert und in einigen anderen Ländern wie Israel, Grönland, Türkei und Island. Es gibt einen einfachen Grund, warum die V-Pay-Karte noch nicht so verbreitet ist. Diese Karte besitzt den fälschungssicheren EMV-Chip und genau diese teure Chip-Technologie ist noch nicht in allen Ländern verfügbar.

Die Limits der Girocards

Dies waren die Unterschiede im Layout und in der Akzeptanz der verschiedenen Girocards. In einem Punkt sind sie allerdings gleich. Das betrifft den Verfügungsrahmen und der ist nicht unendlich. Der Karteninhaber kann also nicht seine Girocard extrem belasten. In der Regel ist der Verfügungsrahmen

  • Pro Tag – 1.000 Euro
  • Pro Woche – 2.500 bis 3.000 Euro

Wer in den Urlaub fährt und mehr Geld braucht, kann allerdings seine Bank um eine Erhöhung des Verfügungsrahmens bitten. Das funktioniert meist sehr problemlos. Allerdings ist diese Erweiterung des Limits oftmals zeitlich begrenzt.

Allerdings – wer ein Konto für Jedermann besitzt, kann unter Umständen auf diesen Verfügungsrahmen nicht zurückgreifen. Egal wie hoch oder niedrig der Rahmen gesteckt wird, der Kontoinhaber kann seine Prepaid EC-Karte nur mit dem Geld belasten, das auf dem Konto ist.

Ersatzkarte – ist sie mit Kosten verbunden?

icon_GebuehrenIn den meisten Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist auch das Vorgehen geregelt, wenn eine neue Karte von der Bank ausgestellt werden muss. In den meisten Fällen kostet das den Karteninhaber eine Gebühr. Sie ist gerechtfertigt, wenn

  • DieKarte kaputt ist und deshalb der Karteninhaber eine neue beantragt
  • Der Karteninhaber heiratet, einen anderen Namen erhält und ebenfalls eine neue Girocard benötigt.

Einige Bankkunden brauchen jedoch eine neue Girocard, weil sie diese verloren haben oder sie ihnen gestohlen wurde. Auch in diesem Fall mussten die Kunden das Ausstellen einer Ersatzkarte bezahlen. Das ändert sich seit dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom Oktober 2015 (Az BGH XI ZR 166/14).

Die Entscheidung beruht auf einer Klages des Bundesverbands Verbraucherzentrale gegen die Postbank. Diese berechnete nämlich einem Kunden einen Betrag von 15 Euro für das Ausstellen der Ersatzkarte. In vorherigen Instanzen wurde allerdings anders entschieden, doch die Klage ging bis zum Bundesgerichtshof und der hatte seine eigene Ansicht zu diesem Thema.

In diesem Fall hatte die Bank die Karte gesperrt, da sie verloren gegangen ist oder gestohlen wurde. Dazu ist die Bank berechtigt. Das ist insoweit wichtig, damit andere Personen keinen unbefugten Zugriff auf das Konto bekommen. Des Weiteren ist der BGH aber auch der Ansicht, dass die Banken eine gesetzliche Verpflichtung hätten, eine Ersatzkarte auszustellen. Andererseits steht nicht im Gesetz, dass für die Ausstellung der Ersatzkarte eine Gebühr angesetzt werden kann. Auch ist für das BGH klar, dass die Banken diese Gebühr nicht einfach über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen regeln können. Das wäre eine unangemessene Benachteiligung der Kunden.

Die Verbraucherzentrale gewann diesen Prozess gegen die Postbank mit dem Ergebnis – dass für eine gesperrte Karte jederzeit eine kostenlose Ersatzkarte ausgestellt werden muss. Doch dieses Urteil gilt nicht nur für die Postbank, sondern auch für alle anderen Banken. Auch sie dürfen kein Geld für eine Ersatz EC-Karte verlangen, wenn sie gestohlen oder verloren wurde.

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Neue EU-Regeln für weniger Kosten

icon_gesetzlichDas Europa-Parlament legte im Oktober 2015 neue Regeln fest, wonach keine Extra-Zuschläge mehr bei der Zahlung mit Kredit- und Debitkarten anfallen. Einige Billig-Airlines verlangten solche „Surcharges“ – doch damit ist Schluss.

Das gilt ab Ende des Jahres 2015: Endes des Jahres werden die so genannten Interbankenentgelte gedeckelt. Wenn ein Bankkunde per EC-Karte oder Kreditkarte beim Einzelhändler bezahlt, berechnet seine Bank dem Händler eine Gebühr, deren Höhe sich am Einkaufswert misst. Diese Gebühr wird von dem Zahlbetrag des Händlers sogleich abgezogen. Das wiederum sind teilweise hohe Kosten, die die Einzelhändler natürlich wieder auf die Waren aufschlagen. Wenn man bedenkt, wie viele Girocards in Deutschland verbreitet sind und viele mit Karte bezahlen, so wird man verstehen, dass die Händler die Kosten umlegen. Denn – jährlich zahlen derzeit die Händler in Europa zirka zehn Milliarden Euro für die Extra-Kosten die eine Kartenzahlung verursacht. Mit dieser Deckelung werden nur mehr vier Milliarden Euro erwartet.

Prepaid EC-Karte - Bild 4

Statistik des Zahlungskartenbesitzes in Deutschland

Künftig gilt das Limit:

  • Bei Kreditkarten ein Limit von 0,3 Prozent des Zahlbetrages
  • Bei Debitkarten (Girocard) ein Limit von 0,2 Prozent des Zahlbetrages

Dennoch – diese EU-Standards werden zirka ab Herbst 2017 gelten. Allerdings ruft diese Kürzung der Gebühren wiederum die Banken auf den Plan. Branchenexperten rechnen damit, dass dadurch die Jahresgebühren für Kreditkarten steigen werden und immer weniger kostenlose Angebote zu finden sind. Letztendlich trifft es immer den Verbraucher.

Prepaid EC-Karte - Bild 1

Kartenzahlung beliebt bei den Verbrauchern

Fazit: Eine Prepaid EC-Karte ist immer an das Guthaben gebunden

icon_FazitEine EC Karte oder Girocard ist grundsätzlich eine feine Sache. Nur sollten bei einem Guthabenkonto nicht zu große Erwartungen daran geknüpft werden, denn sie kann nur solange genutzt werden, wie Geld auf dem Konto ist. Deshalb sollte sich jeder vor dem Einkauf erkundigen, wie hoch der aktuelle Kontostand ist. Und wir sind der Meinung – der Gebrauch dieser Karten sollte nicht überstrapaziert werden. Manche Verbraucher zücken wegen jedem kleinen Geldbetrag eine EC-Karte – sei es für die Semmel für 0,30 Euro oder das Buch um 2,99 Euro. Wie wir deutlich gemacht haben, müssen die Händler dafür Gebühren zahlen, die sie natürlich auf die Preise aufschlagen. So hat im Endeffekt keiner gewonnen. Sinnvoll sind diese Karten allerding bei etwas größeren Einkäufen oder wenn man sie im Urlaub nutzt. Doch auch hier gilt – vorher erkundigen, in welchem Land sie gültig sind. Praktisch sind sie allemal, wenn am Wochenende das Geld ausgeht. Dann zückt man seine Karte am Geldautomaten und ist wieder flüssig.

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