Prepaid Kreditkarte ohne PostIdent  – andere Möglichkeiten

Fidor Bank GirokontoDas Internet macht‘s möglich – Anbieter aussuchen und Antrag stellen für eine Prepaid Kreditkarte. Alles geschieht ganz bequem von zuhause aus, unabhängig von Öffnungszeiten und ohne viel Stress. Doch der Anbieter weiß keinesfalls, wer am anderen Ende der Leitung diesen Antrag stellt. Das gilt im gleichen Sinne, wenn der Verbraucher in eine Filialbank geht und hier eine Kreditkarte beantragt. Vor Ort ist das alles viel einfacher. Der Bankangestellte nimmt vom Kunden den Personalausweis entgegen, prüft ihn und notiert sich die persönlichen Daten. Das geht natürlich nicht, wenn online eine Kreditkarte beantragt wird. Dabei ist es vollkommen irrelevant, ob es sich hierbei um eine „normale“ Kreditkarte handelt oder ob es um eine Prepaid Kreditkarte geht. Der Kreditkartenkunde muss sich gegenüber dem Anbieter legitimieren. Dabei wurde bisher immer das übliche Verfahren mit dem Kooperationspartner Post angewendet. Doch jetzt ist es auch möglich, eine Prepaid Kreditkarte ohne PostIdent zu beantragen. Das hat Vorteile:

  • Schnelle Identifikation
  • Geeignet für Personen mit Zeitmangel (zum Beispiel Schichtarbeiter)
  • Einfache und moderne Methode

Wie können Sie eine Prepaid Kreditkarte ohne Postident bekommen? Alle wichtigen Fakten haben wir Ihnen in unserem Ratgeber zum Thema Prepaid Kreditkarte ohne Postident zusammengestellt!

Inhaltsverzeichnis

  • Die gesetzlichen Grundlagen für die Legitimation
      • 1. Abgabenordnung
  • 2. Geldwäschegesetz
  • Was ist so schlecht an einem PostIdent-Verfahren?
      • 1. Prepaid Kreditkarte beantragen
      • 2. Zur Postfiliale gehen
      • 3. Identität bestätigen lassen
  • Die andere Alternative – Identifikation per Video-Ident
  • Die Grundvoraussetzungen, damit eine Video-Identifikation klappt
  • So funktioniert es!
  • Ist das Video-Ident rechtlich abgesichert?
  • Fazit: Das neue Video-Ident ist zeitgemäß und modern!

Die gesetzlichen Grundlagen für die Legitimation

icon_Wechsel_UmzugUm die Legitimation vom gesetzlichen Standpunkt aus zu betrachten, gibt es gleich zwei Gesichtspunkte.

1. Abgabenordnung

Da wäre zum ersten die Abgabenordnung, die auch als „Grundgesetz des Steuerrechts“ bezeichnet wird und somit das wichtigste Gesetz im Steuerrecht ist. Aber was hat das Steuergesetz mit der Identifikation einer normalen Prepaid Kreditkarte zu tun? Die Erklärung ist im § 154 Absatz 1 begründet

Abgabenordnung (AO)
§ 154 Kontenwahrheit

(1) Niemand darf auf einen falschen oder erdichteten Namen für sich oder einen Dritten ein Konto errichten oder Buchungen vornehmen lassen, Wertsachen (Geld, Wertpapiere, Kostbarkeiten) in Verwahrung geben oder verpfänden oder sich ein Schließfach geben lassen.

Was für die Errichtung eines Kontos gilt, wird demnach auch für die Beantragung einer Kreditkarte angewendet. Besonders im bargeldlosen Zahlungsverkehr kommt es immer wieder zu Betrügereien und zumindest bei der Antragstellung muss der Anbieter auf Nummer sicher gehen. Es hätte fatale Folgen, wenn irgendjemand eine Kreditkarte auf einen fiktiven Namen beantragen könnte. Noch schlimmer wäre es, wenn diese Person tatsächlich existiert und dadurch einen finanziellen Schaden hätte. Anonymität ist in Finanzangelegenheiten also nicht gefragt, sondern volle Transparenz.

Prepaid Kreditkarte ohne Postident - Bild 1

Identitätsverfahren per PostIdent

2. Geldwäschegesetz

icon_gesetzlichDes Weiteren sind Banken und sonstige Institutionen im Finanzwesen verpflichtet, nach dem Geldwäschegesetz zu handeln. Dabei handelt es sich um das Gesetz über das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten (GwG).

Unter anderem ist in diesem Gesetz festgelegt, dass eine eindeutige Identifizierung zum Beispiel des Antragstellers einer Kreditkarte vorgenommen werden muss. Genau definiert ist dies im § 1 GwG

  1. Die Feststellung der Identität durch Erheben von Angaben
  2. Die Überprüfung der Identität

Im Paragraphen 2 sind diejenigen Verpflichteten definiert, die sich an die Vorgabe einer Identifikation halten müssen.

  • Kreditinstitute im Sinne des § 1 Abs. 1 des Kreditwesengesetzes
  • Finanzdienstleistungsinstitute im Sinne des § 1 Abs. 1a des Kreditwesengesetzes
  • Institute im Sinne des § 1 Absatz 2a des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes
  • Finanzunternehmen
  • Versicherungsunternehmen
  • Versicherungsvermittler
  • Rechtsanwälte
  • Wirtschaftsprüfer usw.

Die Liste liest sich lang und somit ist klar, dass der Anbieter einer Prepaidkarte ebenfalls gesetzlich dazu verpflichtet ist, den Antragsteller dieser Karte eindeutig zu identifizieren.

Was ist so schlecht an einem PostIdent-Verfahren?

Eigentlich gar nichts. Zumindest war diese Methode jahrelang die einzige Möglichkeit online ein Konto zu eröffnen oder sich eine Kreditkarte zu besorgen. Doch wer gewohnt ist, alles vom heimischen Computer aus zu steuern, der stellt sich nicht in eine lange Warteschlange einer Postfiliale. Bevor wir uns einer neuen und innovativen Form der Identifikation widmen, nur noch eine kurze Erklärung, wie ein Post-Ident funktioniert.

Prepaid Kreditkarte ohne Postident - Bild 3

Lange Warteschlangen in der Postfiliale bei Post-Ident

1. Prepaid Kreditkarte beantragen

Zuerst muss der zukünftige Besitzer einer Prepaid-Kreditkarte sich bei dem gewünschten Anbieter anmelden und diese Karte bestellen. Nachdem der Antrag ausgefüllt wurde, kann das nötige Formular für das PostIdent sofort ausgedruckt und ausgefüllt werden. Eine Unterschrift ist ebenfalls notwendig, obwohl das auch vor den Augen des Postbeamten geschehen kann.

2. Zur Postfiliale gehen

Folgende Unterlagen müssen dem Postbeamten vorgelegt werden

  • Ausgedruckter Kreditkartenantrag
  • PostIdent-Coupon (wird gleichzeitig mit Antrag ausgedruckt)
  • Rückumschlag mit der Adresse des Anbieters (optional)
  • Personalausweis

3. Identität bestätigen lassen

Der Postbeamte prüft den gültigen Personalausweis oder Reisepass und trägt folgende Daten in das entsprechende Formular im Computer

  • Angaben zur Person
  • Ausweisnummer
  • Ausstellungsbehörde
  • Übertragung der Referenznummer

Anschließend wird das Formular ausgedruckt, vom Antragsteller geprüft und von ihm und dem Postbeamten unterschrieben. Anschließend werden diese Unterlagen dem Kreditkarten-Anbieter per Post zugesandt. Die Kosten für dieses Verfahren übernimmt die jeweilige Bank oder Finanzdienstleister. Für den Kunden ist diese Prozedur vollkommen kostenlos. Nach Eingang der Unterlagen prüft der Anbieter diese und sendet dann dem Antragsteller seine Prepaid-Kreditkarte samt Geheimzahl per Post zu.

Die andere Alternative – Identifikation per Video-Ident

icon_KonditionenViele Verbraucher fühlen sich durch das Post-Ident-Verfahren ausgebremst.

Das ist der Internet-Kunde so gar nicht gewohnt. Es muss hier fairer Weise auch gesagt werden, dass eine eindeutige Identifikation sehr wichtig ist und mit einem normalen Einkauf im Internet nicht zu vergleichen ist. Aber dennoch kann ein Post-Ident-Verfahren den Erhalt der Prepaid Kreditkarte deutlich verzögern. Nicht immer ist Zeit vorhanden, zu den Öffnungszeiten der Post dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen und so kann sich die Identifizierung schon ein paar Tage hinziehen. Ein weiterer Zeitfaktor ist die Zusendung der Papiere. Was, wenn sie verloren gehen? Schon wieder ein Zeitverlust.

Um sich modern und zeitgemäß zu präsentieren, haben im Jahre 2014 verschiedene Banken das Verfahren der Web-Identifizierung ins Leben gerufen. Somit ist auch eine Prepaid Kreditkarte ohne PostIdent oder ein Girokonto ohne PostIdent jederzeit möglich – vorausgesetzt der Anbieter besitzt diese Technologie.

Girokonto beantragen: www.fidor.de

Die Grundvoraussetzungen, damit eine Video-Identifikation klappt

Nicht nur der Anbieter muss über die entsprechende Technologie verfügen, auch der Antragsteller, der eine Kreditkarte ohne PostIdent haben möchte, braucht ein paar Features.

  • Gerät mit Video-Telefonie – entweder Skype oder mit einem Internet-Browser mit WebRTC (Web Real Time Communication, d.h. Kommunikation in Echtzeit über den Browser)
  • Computer, Laptop, Tablet oder Smartphone mit Webcam (interne oder externe Kamera)
  • Schnelle und stabile Internetverbindung (Minimum 500 Kbit/s Übertragungsrate
  • E-Mail-Adresse oder Smartphone

So funktioniert es!

icon_VerbrauchertippsWer seine Prepaid Kreditkarte ohne PostIdent haben möchte, schaltet die Webseite seines gewünschten Anbieters auf. Nachdem er sich für das Video-Ident entschieden hat, wird automatisch ein Video-Anruf beim Anbieter geschaltet. Nun muss der bereitgelegte Personalausweis in die Kamera gehalten werden, natürlich Vorder- und Rückseite. Dabei sollte der Ausweis immer ein wenig gekippt werden. Damit können die Sicherheitsmerkmale, beispielsweise das Hologramm, geprüft werden. Dieses Video-Ident ist also nur möglich mit einem aktuellen und modernen Personalausweis, der mit diesem Hologramm versehen ist.

Fotos werden angefertigt und die Ausweisnummer wird erfasst. Nachdem alles geklappt hat, erhält der Antragsteller per E-Mail oder Smartphone eine TAN-Nummer, die in dem dafür vorgesehenen Feld eingegeben werden muss. Die Bilder werden gespeichert und die Gespräche aufgezeichnet. Ebenso prüft der Mitarbeiter genau, ob sein Gegenüber mit dem Bild des Ausweises identisch ist. Er schaut auch, ob das Hologramm in Ordnung ist und ob die Laminierung des Ausweises nicht beschädigt ist.

Laut Angaben von Banken dauert dieses Verfahren, wenn alles normal läuft, zwischen drei und fünf Minuten. Viele Banken erledigen diesen Vorgang selbst und setzen speziell geschulte Mitarbeiter ein. Kundenfreundlich orientiert ist das Video-Ident oftmals bis 22.00 Uhr möglich. Es gibt aber auch Institute, die diesen Service rund um die Uhr anbieten.

Prepaid Kreditkarte ohne Postident - Bild 5

Identifikation nicht an Zeit gebunden

Ist das Video-Ident rechtlich abgesichert?

Durch eine Leitlinie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wurde das neue Video-Ident geregelt. Bestimmte zentrale Anforderungen müssen erfüllt sein.

Der Nachweis der Identität eines Kunden muss folgende Merkmale enthalten (gemäß Bundesministerium der Finanzen – BMF).

bullet_point_check Durchführung von hierfür ausgebildeten und geschulten Mitarbeitern der Bank.
bullet_point_check Während des Identifizierungsvorgangs müssen sich diese Mitarbeiter in abgetrennten Räumen befinden. Diese dürfen nur mit einer Zugangskontrolle betreten werden.
bullet_point_check Die eindeutige Identifizierung muss bei der Videoübertragung durch Fotos oder Screenshots belegt werden.
bullet_point_check Die Ausweise der Kunden müssen den neuesten Sicherheitsanforderungen entsprechen (Hologramm).
bullet_point_check Die Kunden müssen die vollständige Ausweisnummer dem Bank-Mitarbeiter während der Übertragung mitteilen.
bullet_point_check Das komplette Identifizierungsgespräch muss aufgenommen werden.

Es werden also hohe Anforderungen an die Video-Identifikation gestellt, die nicht nur der Sicherheit der Banken oder sonstiger Anbieter dient, sondern natürlich auch den Verbraucher schützt.

Fazit: Das neue Video-Ident ist zeitgemäß und modern!

icon_FazitGanz klar, ist das Video-Ident ein innovativer Baustein um eine Prepaid Kreditkarte ohne PostIdent zu beantragen. Zwar haben sich schon viele Banken bereit erklärt dieses innovative Legitimationsverfahren in ihrem Bankenalltag zu integrieren und dennoch ist noch nicht überall möglich. Keine Frage – es ist zeitsparend und relaxt. Dennoch fänden wir es für schade, wenn es das Post-Ident-Verfahren gar nicht mehr gäbe. Dann wären die Menschen ausgebremst, die keinen Computer haben oder einen Schnecken-Internetanschluss. Als Zusatzoption finden wir diese Methode allerdings für genial. Damit können technik- und internetaffine Personen auch am Wochenende ihre Prepaid Kreditkarte beantragen. Auch die Technik wird sich bestimmt verbessern und die Abbruchraten deutlich senken.

Girokonto beantragen: www.fidor.de